Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 13.07.2018


Innsbruck

Emotionale Debatte in Innsbruck über die Rad-WM

Sponsorensuche läuft laut den Veranstaltern noch. Kosten für Sicherheit stiegen zuletzt um „Hunderttausende Euro“.

© Remo MosnaDie Rad-WM gastiert im September in Tirol – Innsbruck wird der Zielort aller Rennen werden.



Von Marco Witting

Innsbruck – Die Rad-WM in Tirol – sie hat ihre Chancen und gleichzeitig ihre Schwierigkeiten. Für die besten Profis der Welt reicht dafür ein Blick auf das Streckenprofil und die entsprechenden Steigungen rund um die Landeshauptstadt. Doch auch abseits davon hakt es, wie bei einer nicht ganz perfekt eingestellten Gangschaltung – speziell bei der Sponsorensuche. Das wurde gestern bei einer Präsentation des Projekts im Innsbrucker Gemeinderat klar, wo es von den Mandataren heftige Kritik und etliche Fragen gegeben hat.

Zu Beginn richtete der Aufsichtsratsvorsitzende der Innsbruck-Tirol Sports GmbH (ITS), Richard Rubatscher, einen flammenden Appell an die Gemeinderäte für mehr Respekt gegenüber den Mitarbeitern der Rad-WM. Diese würden aktuell „an der Belastungsgrenze“ arbeiten und würden alles für das Projekt geben, würden aber ständig durch den Kakao gezogen. „Man soll nicht immer nur das Negative sehen“, sagte Rubatscher. Gleichzeitig sei seit 2016 bekannt gewesen, dass die Kostenschätzung für das Budget nicht halten werde.

FP-StR Rudi Federspiel fragte daraufhin, wer denn die ursprüngliche Kalkulation gemacht habe. „Diese wurde vom Bewerberverein erstellt, der sich um die Akquise der Veranstaltung gekümmert hat“, sagte ITS-Geschäftsführer Georg Spazier. Außerdem handle es sich lediglich um einen Liquiditätsvorschuss durch Land und Stadt (wie berichtet, geht es um drei Millionen Euro), um den Betrieb zu sichern.

„Aus Sicht des Landes steht Innsbruck als Zielort aller Rennen im Fokus“, sagte BM Georg Willi (Grüne) auf den Vorwurf der FPÖ, dass er schlecht verhandelt habe. Das Land Tirol habe gefordert, den Liquiditätsvorschuss zu teilen. Er selbst habe ein Verhältnis von 1:2 angestrebt – letztlich habe man sich auf ein Verhältnis 40 Prozent für die Stadt und 60 Prozent für das Land geeinigt.

Gerade zuletzt seien die Kosten für die Sicherheit „um einige hunderttausend Euro“ gestiegen. Etwa für etliche Kilometer Absperrgitter. Mit Sponsoren werde weiterhin laufend verhandelt, man wolle die Pakete aber nicht zum „Okkasionspreis“ abgeben. Zudem sei der Ticketverkauf angelaufen. Sowohl Federspiel als auch Vize-BM Christine Oppitz-Plörer (FI) sahen den Tourismusverband in der Pflicht. „Auch die Tirol Werbung ist wesentlich zu günstig davongekommen“, sagte Oppitz-Plörer. Die Abstimmung zur Übernahme der ungedeckten Kosten im Gemeinderat war bei Redaktionsschluss immer noch im Gange.