Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 14.07.2018


Bezirk Imst

Raumsicherung für Einheimische in Sölden

Der Sölder Gemeinderat beschäftigte sich zuletzt mit Wohn- und Parkraum im immer enger werdenden Ortsgebiet. Der soziale Wohnbau soll außerdem nicht für touristische Personalzimmer genutzt werden.

© PloderDie Mitglieder des Sölder Dorfparlaments mussten sich mit dem beengten Raum für Wohnen und Parken auseinandersetzen.



Von Thomas Ploder

Sölden – Selbst in Österreichs flächenmäßig größter Gemeinde wird an manchen Stellen der Raum immer knapper. Deshalb beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit Details zu Wohn- und Parkraum für Einheimische. Dabei standen die Klärung der aktuellen Situation und regulierende Maßnahmen im Fokus. Im Zusammenhang mit vorliegenden Wohnungsansuchen bekräftigte der Gemeinderat geschlossen die Ansicht, von den bestehenden Auflagen, insbesondere eines entsprechend langen Hauptwohnsitzes in der Gemeinde, nicht abweichen zu wollen. So will man einerseits den Wohnungsbedarf der Jugend sichern, andererseits auch Gemeindewohnungen als Dienstwohnungen zur Verfügung stellen können. Dies zeigte sich zuletzt am Bedarf an Wohnraum für Pflegepersonal, das derzeit von auswärts einpendeln muss.

In diesem Zusammenhang wurde nicht nur das Ansuchen eines Gastronomen um Verlängerung des Mietvertrages bzw. um die Möglichkeit, eine Wohnung zu kaufen, abgelehnt, der bestehende Vertrag wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt gekündigt. Der Werber hatte die Räume nicht selbst genutzt, sondern an Mitarbeiter weitergegeben. „Für Personalzimmer sind wir nicht zuständig“, bekräftigte dazu einmal mehr BM Ernst Schöpf. Kurzfristig soll die Belegung der Gemeindewohnungen auf eventuelles Vorliegen ähnlicher Fälle geprüft werden.

Probleme bereitet auch der verfügbare Parkraum bei Wohnanlagen. Weil derzeit für eine Anlage der Alpenländischen Heimstätte in der Pizze die dauerhaft mitvermieteten Stellplätze von der Gemeinde jeweils für ein Jahr gepachtet werden müssen, ergibt sich eine rechtliche Schieflage. Der Gemeinderat stimmte einer „Bereinigung“ durch den Verkauf des Areals an die Heimstätte zu, die genauen Konditionen sind noch zu klären. Bei der kommunalen Wohnanlage Wildmoos soll eine Erhebung die verkauften, vermieteten und verfügbaren Stellplätze ausweisen, um auch hier klare Verhältnisse schaffen zu können. Der in diesem Jahr in Betrieb genommene Stufenparkplatz wird gut angenommen. Weil derzeit noch einige Plätze verfügbar sind, stimmte der Gemeinderat einer Dauervermietung von weiteren fünf Plätzen zu.

Noch offen blieb die Frage einer Anpassung der Parkraumbewirtschaftung für eine vorübergehende Nutzung von Stellplätzen über die Dauer der Kurzparkzone hinaus. Dies betrifft einerseits Mitarbeiter örtlicher Betriebe, aber auch bestimmte Gästegruppen wie etwa Hüttenwanderer. „Wir wollen die ,stille Seite‘ beleben“, lautete der allgemeine Tenor, weshalb eine entsprechend attraktive Tarifanpassung für die Garage des Sozialzentrums angedacht wird. Auch mit den Bergbahnen soll über die Bereitstellung von Garagenplätzen gesprochen werden.


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