Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 20.07.2018


Innenpolitik

ÖVP schweigt, FPÖ stellt sich hinter Vilimsky

Kein Kommentar der ÖVP-Spitze zu den Aussagen des FPÖ-Generals. Jetzt ist sogar ihr recht, dass Othmar Karas dazu nicht geschwiegen hat.

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© APA



Von Michael Sprenger

Wien – Die Versuche, von der ÖVP-Spitze einen Kommentar zu den Aussagen von FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky über EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zu erhalten, werden abgeblockt. Man sage dazu nichts, will nicht mehr Öl ins Feuer gießen. Und überhaupt habe Othmar Karas sich dazu eh geäußert. Schließlich sei Karas wie Vilimsky Abgeordneter im Europaparlament.

Schon am Freitag sagte Karas, der in weiten Teilen der türkisen Partei nicht besonders geschätzt wird: „Vilimsky muss sich bei Juncker entschuldigen – oder es muss Konsequenzen geben.“

Vilimsky hatte seit Ende vergangener Woche mehrmals den Verdacht bekräftigt, dass Juncker betrunken beim NATO-Gipfel aufgetreten war. Juncker hatte sein Schwanken mit gesundheitlichen Gründen erklärt.

Mittlerweile hat auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen in einem Interview mit der Tiroler Tageszeitung nicht nur Vilimsky scharf kritisiert, sondern auch die Regierungsspitze ob ihres Schweigens. Daraufhin attackierte der Generalsekretär der FPÖ das Staatsoberhaupt. Doch auch hierzu will man im Kanzleramt keinen Kommentar abgeben.

Auf der blauen Seite hingegen meldete sich gestern der Vorarlberger FPÖ-Chef Christof Bitschi zu Wort. Man stehe „voll und ganz“ hinter Vilimsky, sagte Bitschi dem ORF-Radio Vorarlberg. Juncker sei „nicht der Mann, der die Probleme der Europäischen Union löst“.