Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 08.08.2018


Innenpolitik

Kompromiss zeichnet sich ab: Die AUVA bleibt wohl erhalten

Die Allgemeine Versicherungsanstalt muss 500 Millionen Euro einsparen, sonst wird sie aufgelöst. Letzteres scheint vom Tisch zu sein – ein Kompromiss zeichnet sich ab.

© APADie SPÖ fürchtet eine „Zerschlagung“ der AUVA, die FPÖ weist „Unwahrheiten“ zurück.



Von Serdar Sahin

Wien – Bei der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt drängt die Zeit. Bis 21. August muss die AUVA ein Konzept vorlegen, wie sie die von der schwarz-blauen Bundesregierung geforderten Einsparungen von 500 Millionen Euro bewerkstelligen will. Schafft die AUVA das nicht, soll sie aufgelöst und ihre Aufgaben an andere Kassen übertragen werden.

Im Hintergrund wurde bisher um eine Lösung gerungen – und es zeichnet sich offenbar ein Kompromiss ab. „Es wurde im vertrauten Kreis verhandelt und eine Lösung auf den Weg gebracht. Die AUVA hat sich bewegt und bleibt somit bestehen. Es kommt wie versprochen zu keinen Schließungen von Krankenhäusern und auch zu keinen Leistungskürzungen. Die AUVA wird in der Verwaltung schlanker und effizienter“, heißt es aus Verhandlungskreisen gegenüber der Tiroler Tageszeitung.

Demnach werde es keine betriebsbedingten Kündigungen und auch keine Personalkürzungen bei Ärzten und Pflegern geben. Die bisherige Hauptstelle mit 20 Organisationseinheiten und vier Landesstellen soll auf ein zentrales Trägermodell mit vier Landesbüros schrumpfen. 300 Jobs in der Verwaltung sollen in den kommenden sechs Jahren nicht nachbesetzt werden. Die zwei letzten Maßnahmen sollen rund 45 Millionen Euro Einsparvolumen bringen. Die Hauptstelle werde mit der Wiener Landesstelle räumlich zusammengelegt.

Laut Insider soll die AUVA im kommenden Jahr lediglich 100 Millionen Euro an Einsparungen beschließen, für die restlichen 400 Millionen soll der Versicherer konkrete Pläne vorlegen. Es heißt, die Regierung hätte akzeptiert, dass die 500 Millionen Euro schrittweise bis 2022 eingespart werden sollen.