Letztes Update am Fr, 21.09.2018 17:07

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


SPÖ

SPÖ tagt heute: Rendi-Wagner vor Kür zur Parteichefin

Nach der definitiven Absage von Doris Bures sprechen sich alle neun Länder für Pamela Rendi-Wagner als SPÖ-Chefin aus.

© APA/PfarrhoferDie SPÖ wird weiblich. Pamela Rendi-Wagner könnte die erste Frau an der Spitze der Sozialdemokratie werden.



Wien – Jetzt ging alles sehr viel schneller als geplant: Am Samstagmorgen um 9 Uhr dürften in einer eilends einberufenen Präsidumssitzung die Weichen für die ehemalige Gesundheits- und Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner als SPÖ-Chefin gestellt werden. Nach der definitiven Absage von Nationalratspräsidentin Doris Bures („Mein Platz ist das Präsidium des Nationalrats“) am Freitag legten sich alle neun Bundesländer auf die Wunschkandidatin des scheidenden SPÖ-Chefs Christian Kern fest.

Vorbehalte gegen Rendi-Wagner kamen zuletzt nur mehr aus der Wiener SPÖ. Die mächtige Landespartei gab schließlich jedoch ebenfalls grünes Licht. Man habe sich in einer Präsidiumssitzung auf Rendi-Wagner verständigt, hieß es in einer Stellungnahme am Freitagnachmittag.

„Pamela Rendi-Wagner, eine ausgewiesene Expertin für Gesundheits- und Sozialfragen, hat in ihrer bisherigen Laufbahn gezeigt, dass sie eine Politikerin ist, die schon einmal in einer schwierigen Situation eine wichtige Position – damals als Ministerin – übernommen und mit Kompetenz und Menschlichkeit ausgeübt hat“, betonte Wiens Bürgermeister und SPÖ-Chef Michael Ludwig. „Es übernimmt mit Pamela Rendi-Wagner erstmals eine Frau die Position als Vorsitzende der SPÖ und diesen Weg befürwortet die Wiener Partei, die sich immer besonders für die Frauenförderung eingesetzt hat und dies als positives Signal wertet.“

Bures zog den Stecker

Die Wiener SPÖ und auch gewichtige Vertreter der Gewerkschaft wollten bis zuletzt Bures von der Kandidatur überzeugen. Doch die Zweite Nationalratspräsidentin und frühere Infrastrukturministerin zog am Freitag selbst den Stecker. In einer schriftlichen Stellungnahme erklärte Bures, dass sie in den vergangenen Tagen viel Zuspruch erhalten habe, die Position der Parteichefin zu übernehmen. Es sei eine große Ehre, gefragt zu werden, den Vorsitz in der traditionsreichen Partei zu übernehmen: „Wichtig ist aber, dass man sich von der Ehre nicht blenden lässt.“ So habe sie sich nach Abwägung aller Argumente entschieden, für die SPÖ-Spitze nicht zur Verfügung zu stehen. (misp, TT.com, APA)