Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 15.01.2019


Kirche

Causa Schwarz: Erzbischof verspricht transparente Aufklärung

Ein kirchliches Ermittlungsteam nahm seine Arbeit in der Causa Schwarz auf. Erzbischof Lackner entschuldigte sich zum Auftakt. Diözesan-Leiter Guggenberger warnte vor Vertuschung.

Erzbischof Franz Lackner (r.) wird in seiner Aufklärungsarbeit in der Diözese Gurk-Klagenfurt von Bischof Benno Elbs unterstützt.

© APAErzbischof Franz Lackner (r.) wird in seiner Aufklärungsarbeit in der Diözese Gurk-Klagenfurt von Bischof Benno Elbs unterstützt.



Wien – Das Ermittlungsteam mit Salzburgs Erzbischof Franz Lackner an der Spitze nahm gestern in Klagenfurt seine Arbeit auf. Der Erzbischof begann seine Funktion als Visitator in der Causa rund um Bischof Alois Schwarz mit einer überraschenden Entschuldigung. „Aus heutiger Sicht werfe ich mir vor, dass ich zwar die öffentliche Verantwortung wahrgenommen habe, indem ich die an mich ergangene Information an die zuständige kirchliche Oberbehörde weitergegeben habe, es aber zugleich verabsäumt habe, das direkte Gespräch mit Bischof Alois zu suchen.“ Und weiter: „So bitte ich als Metropolit all jene, denen Unrecht geschehen ist, aber auch alle, die durch Intransparenz kirchenbehördlichen Handelns das Vertrauen in die Kirche verloren haben, aus tiefstem Herzen um Verzeihung.“

Sein Auftrag laute, den Zustand der Diözese Gurk-Klagenfurt in Bezug auf die katholische Lehre und Leitung in Augenschein zu nehmen und „die tieferliegenden Gründe, die zur gegenwärtigen Verwirrung führten, zu erforschen und dem Heiligen Stuhl zu berichten“, erklärte der Erzbischof. In Abstimmung mit der Bischofskongregation in Rom sei der Prüfungszeitraum ab 2008 festgelegt worden.

Gegen Schwarz wurden von der derzeitigen Führung der Diözese schwere Vorwürfe erhoben. Diese reichen von Problemen mit dem Zölibat über ein Abhängigkeitsverhältnis zu seiner Vertrauten Andrea Enzinger bis hin zu Misswirtschaft im Bistum und Verletzungen des Kirchenrechts. Der derzeitige Administrator der Diözese, Engelbert Guggenberger, erwartet von der Apostolischen Visitation „objektive Antworten“. Es müsse klar sein, dass die derzeitige Führung der Diözese von ihrem bisherigen Kurs der Glaubwürdigkeit und Transparenz „keinen Millimeter abweichen“ werde. „Sollte versucht werden, die Visitation dazu zu missbrauchen, Dinge unter den Teppich zu kehren und die Fakten zu verschleiern, werden wir dies sicherlich nicht zulassen.“ Guggenberger leitet die Diözese seit dem Wechsel von Bischof Schwarz nach St. Pölten.

Ob der Prüfbericht der Visitation öffentlich gemacht werde, könne Lackner noch nicht beantworten: „Ich möchte das so transparent wie möglich machen, bin da aber nicht allein entscheidungsberechtigt.“ Geplant sei, die Visitation bis zur Fastenzeit abzuschließen.

Zur Unterstützung hat sich Lackner seinen Vorarlberger Amtskollegen Benno Elbs geholt. Dazu kommen der Caritas-Direktor von Graz-Seckau, Herbert Beiglböck, und Christian Lagger, Geschäftsführer des Elisabethinenspitals in Graz, beide für den Bereich Wirtschaft. Den Fachbereich Kirchenrecht deckt Universitätsprofessor Helmuth Pree ab, als Notarin der Visitation fungiert Elisabeth Kandler-Mayr, sie ist Ordinariatskanzlerin der Erzdiözese Salzburg. Komplettiert wird das Team von Lackners Sekretär Martin Seidler und seiner Pressesprecherin Heidi Zikulnig. (TT)


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