Letztes Update am Di, 12.03.2019 14:36

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innenpolitik

Ehemalige Grüne Abgeordnete Gabriela Moser gestorben

Die Grünen-Politikerin Gabriela Moser starb am Dienstag im Alter von 64 Jahren. Sie saß bis 2017 im Nationalrat und hat sich als Korruptionsaufdeckerin einen Namen gemacht.

Gabriela Moser.

© APAGabriela Moser.



Linz, Wien – Die ehemalige Grüne Abgeordnete Gabriela Moser ist nach längerer Krankheit gestorben. Das teilten die oberösterreichischen Grünen der APA mit. Moser wurde 64 Jahre alt. Sie saß von 1994 bis 2017 – mit einer kurzen Unterbrechung – im Nationalrat und hat sich als Korruptionsaufdeckerin einen Namen gemacht.

Moser ist Dienstagfrüh verstorben, teilte die oberösterreichische Landespartei der APA mit. Sie hinterlässt einen Ehemann. Nach dem Ausscheiden ihrer einstigen Partei aus dem Nationalrat im vergangenen Jahr wechselte sie beruflich zur Liste JETZT ihres einstigen Parteikollegen Peter Pilz. Sie war dort Mitglied im Vorstand der politischen Akademie.

Bekannt als Korruptionsaufdeckerin

Moser galt als strebsame und hartnäckige Arbeiterin, die einen großen Anteil vor allem an der Aufklärung dubioser Geldflüsse im Umfeld der Buwog hat. So war es sie, die die Telefon-Protokolle zwischen Karl-Heinz Grasser, Walter Meischberger und Ernst Karl Plech über eine parlamentarische Anfrage an die Öffentlichkeit brachte. Im September 2012 legte sie den Vorsitz in dem von ihr geprägten Untersuchungsausschuss zu Korruptionsaffären zurück.

Die Oberösterreicherin saß seit 1994 mit nur zwei Jahren Unterbrechung im Nationalrat. Themen der begeisterten Radfahrerin waren vor allem Verkehr, Telekommunikation und Bautenwesen. Moser war u.a. an der Aufarbeitung des Skylink-Skandals und mehrerer Ungereimheiten bei den ÖBB beteiligt, etwa den riskanten Spekulationsgeschäften der Staatsbahn.

Ihre politische Karriere hatte die AHS-Lehrerin für Deutsch und Geschichte in den 80er-Jahren gestartet, als sie in den Linzer Gemeinderat einzog. Ihr Engagement begründete sie mit der Luftverschmutzung in der oberösterreichischen Hauptstadt. Überhaupt war Moser in Eigenbeschreibung „penetrant grün“. Ihr Privatleben hielt die aus einer bürgerlichen Familie stammende Moser privat. Die gebürtige Linzerin war mit einem deutschen Physiker verheiratet und hatte keine Kinder.

Oö. Grüne werden Moser „schmerzlich vermissen“

„Wir werden sie schmerzlich vermissen“ – tief betroffen hat die Grüne Landesspitze in Oberösterreich auf das Ableben Gabriela Mosers reagiert. „Die Grüne Bewegung verliert eine Kämpferin für Umwelt, saubere Luft, saubere Politik und gegen Korruption“, würdigten Landessprecherin Maria Buchmayr, Landesrat Rudi Anschober und Klubobmann Gottfried Hirz in einer Aussendung die Verstorbene.

Österreich habe Moser viel zu verdanken: „Ohne ihre Arbeit gäbe es keine Korruptionsstaatsanwaltschaft und auch kein parlamentarisches Minderheitenrecht für Untersuchungsausschüsse“, so die Grüne Landesspitze. Moser habe mit dem Buwog-Skandal einen der größten Korruptionsfälle Österreichs aufgedeckt, der bis heute noch nicht gerichtlich abgeschlossen sei.

„Wir werden alles dafür tun, um ihr Andenken hoch zu halten und in ihrem Sinne mehr denn je für eine saubere Umwelt und Politik eintreten“, so Buchmayr, Anschober und Hirz. Die Anteilnahme gelte der Familie Mosers und ihrem Freundeskreis. (APA)