Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 08.04.2019


Innenpolitik

„Pro und Contra Spezial“: Karas angriffig gegen Vilimsky

Unter der Leitung von Corinna Milborn kam es zur ersten Konfrontation zwischen Harald Vilimsky und Othmar Karas (r.).

© Screenshot/Puls4Unter der Leitung von Corinna Milborn kam es zur ersten Konfrontation zwischen Harald Vilimsky und Othmar Karas (r.).



Es war das erste Duell zwischen Othmar Karas (ÖVP) und Harald Vilimsky (FPÖ), und es hatte alle Zutaten einer echten Konfrontation. Vilimsky und Karas, beide Parlamentarier im EU-Parlamen­t, wurden zwar von jenen beiden Parteien als Spitzenkandidaten zur EU-Wahl aufgestellt, die die Bundesregierung bilden, doch das Einzige, was beide verbindet, ist ihre gegenseitige Abneigung. Dies wollten sie im „Pro und Contra Spezial" auf Puls 4 unter der Leitung von Corinna Milborn auch gar nicht verbergen.

Während Karas von Anfang an versuchte, Vilimsky als einen anzugreifen, der Europa in Wahrheit zerstören will, schlüpfte Vilimsky in die Rolle des Regierungssprechers der rechtskonservativen Koalition. „Sie, Herr Karas, befinden sich auf einem völlig anderen Zug. Sie unterstützten Alexander Van der Bellen bei der Bundespräsidentenwahl, Sie waren 2015 einer der Willkommensklatscher, Sie waren für den UN-Migrationspakt."

Karas, dem allzu gerne das Attribut farblos zugeschrieben wird, suchte bewusst den Schlagabtausch. „Vilimsky setzt immer das Gesicht auf, welches er gerade braucht." In Brüssel wolle er gemeinsam mit Matteo Salvini das Projekt Europa zerstören, in Wien mime er den Verteidiger der Regierung. Vilimsk­y verteidigte die Arbeit der Bundesregierung ebenso wie die Bestrebungen der FPÖ, auf europäischer Ebene ein Bündnis von nationalen und rechtspopulistischen Parteien zu zimmern. Karas wiederum nützte die aktuelle Debatte um die rechtsextremen Identitären und ihre Nähe zur FPÖ, um Vilimsky als Antieuropäer darzustellen.

Bis zur Europawahl Ende Mai werden zahlreiche Zweier-Konfrontationen im Fernsehen zu sehen sein. In den Wochen vor der EU-Wahl werden die Kandidaten der Parteien alleine in fünf „Elefanten­runden" im TV aufeinandertreffen. (TT)