Letztes Update am So, 19.05.2019 20:38

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ibiza-Skandal

Causa Strache: Kontakt soll nach Ibiza-Treffen weitergelaufen sein

Der Spiegel und die Süddeutsche Zeitung haben am Sonntag neues Material veröffentlicht, welches belegen soll, dass es nach dem Ibiza-Treffen weiteren Kontakt zwischen Johann Gudenus und der vermeintlichen Oligarchin gegeben haben soll.

Ex-Vizebürgermeister Johann Gudenus (li.) soll nach dem Treffen auf Ibziza noch weitere Kontakte mit dem "Vertrauten" der angelblichen Oligarchen-Nichte gehabt haben.

© APAEx-Vizebürgermeister Johann Gudenus (li.) soll nach dem Treffen auf Ibziza noch weitere Kontakte mit dem "Vertrauten" der angelblichen Oligarchen-Nichte gehabt haben.



Wien – Nach dem Treffen von Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Ex-Klubobmann Johann Gudenus mit der vermeintlichen russischen Investorin und deren Vertrauten in Ibiza 2017 soll es laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung noch weitere Treffen zwischen Gudenus und dem Mann gegeben haben. Das würden Audio-Aufnahmen, die der SZ und dem Spiegel vorliegen belegen, so der Bericht.

Diese Treffen dürften in Wien stattgefunden haben, schreibt die Zeitung. Auf Anfrage habe sich Gudenus dazu vorerst nicht geäußert. Bei einem dieser Treffen Ende August haben Gudenus und der Mann laut SZ darüber gesprochen, dass Ibiza nicht so lief wie erhofft. „Sie war relativ angepisst“, sagt demnach der Vertraute über die angebliche Investorin. Jetzt aber gehe es darum, weiterzumachen. Bei den Treffen soll es erneut um mögliche Deals zwischen den beiden Seiten gegangen sein.

„Geste des guten Willens“

Der Mann sagte, die Russin brauche eine „Geste des guten Willens“. Gudenus und Strache sollten ihr „Zuversicht geben hinsichtlich dieser Strabag-Geschichte, was da auf Ibiza diskutiert wurde“. Vorgeschlagen wurde demnach, dass die FPÖ am 4. September 2017, wenige Tage nach einem der beiden Treffen in Wien, eine ganz bestimmte Pressemitteilung auf dem Nachrichtenportal OTS veröffentlichen soll. Gegenstand dieser OTS sollte Strabag-Miteigentümer Hans Peter Haselsteiner sein.

Am 4. September habe dann Gudenus von seiner offiziellen FPÖ-E-Mail-Adresse tatsächlich ein E-Mail an den Vertrauten der Russin geschickt, diese liege SZ und Spiegel ebenfalls vor. Inhalt der E-Mail war der gewünschte Text und auch ein Link auf die entsprechende OTS, die es auch tatsächlich gab.

Diese OTS ist nach wie vor abrufbar, der Titel lautet „Auch Haselsteiner soll seine Polit-Netzwerke offenlegen“. Gefordert wird dies vom Wiener FPÖ-Landesparteisekretär und Stadtrat Toni Mahdalik. Die „politischen Seilschaften Haselsteiners“ müssten „noch vor den Wahlen“ transparent gemacht werden, forderte Mahdalik damals vor der anstehenden Nationalratswahl.

Bei einem zweiten mitgeschnittenen Treffen Ende August soll sogar die Möglichkeit einer weiteren Zusammenkunft mit der Frau diskutiert worden sein. Gekommen ist es dazu aber letztendlich offenbar nicht, schreibt die SZ.

„Humorige Botschaften“

Mahdalik betonte am Sonntag auf APA-Anfrage, dass diese Aussendung keineswegs eine Auftragsarbeit für Gudenus oder jemand anderen gewesen sei, es habe ihn niemand dazu aufgefordert. Wirklich erinnern könne er sich zwar nicht mehr, aber er dürfte sich damals als Landesparteisekretär der FPÖ, und damit als „Mann fürs Grobe“, gegen Haselsteiner als NEOS-Financier gewandt haben. Auch die Autorenkürzelzeile „wer/zah/lts/chaf/ft/an“ in der Aussendung beziehe sich nicht auf russische Oligarchen, sondern auf Haselsteiner. Solche humorigen Botschaften habe er in Aussendungen immer wieder platziert.