Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 01.06.2019


Neuwahlen in Österreich

ÖVP-Arbeitnehmer wollen fixen Listenplatz für Wahl

Zu viel Wirtschaft, zu wenige Arbeitnehmer: Arbeitnehmerbund will bei Erstellung der VP-Kandidatenliste für Nationalratswahl gewichtig mitreden.

AK-Präsident Erwin Zangerl und AAB-Obfrau Beate Palfrader pochen parteiintern auf einen sicheren Listenplatz für einen VP-Arbeitnehmer.

© Foto TT / Rudy De MoorAK-Präsident Erwin Zangerl und AAB-Obfrau Beate Palfrader pochen parteiintern auf einen sicheren Listenplatz für einen VP-Arbeitnehmer.



Von Peter Nindler

Innsbruck – Die Freiheitlichen und die SPÖ setzen wohl auf die aktiven Parlamentarier, wenn der Wahlkampf für die vorgezogenen Nationalratswahlen im September startet: Gerald Hauser, Carmen Schimanek und Peter Wurm gelten bei der Tiroler FPÖ als gesetzt, Selma Yildirim, Max Unterrainer und Christian Kovacevic in der SPÖ. Die Grünen sind noch in der Findungsphase, der ehemalige Landtagsvizepräsident Hermann Weratschnig und Ex-Nationalrätin Berivan Aslan werden allerdings als mögliche Bewerber genannt. Der Tiroler EU-Spitzenkandidat für die NEOS, Johannes Margreiter, wird es wohl wieder versuchen. Und wie sieht es in der Tiroler Volkspartei aus?

Dort dürfte es wieder einmal eng auf den Listen werden. Mit dem Vorzugsstimmenmodell relativiert sich allerdings der Listenplatz. Nur: Vier Wirtschaftsbündler wird es diesmal wohl nicht spielen. Deshalb knistert es bereits in der Partei. An Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck dürfte als Spitzenkandidatin kein Weg vorbeiführen. Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl, der jetzt wieder seinen Sessel im Nationalrat räumen muss, wird sich künftig nicht mehr auf ein „Einmal drinnen und einmal draußen“-Mandat einlassen. Zittern müssen deswegen der Unterländer Nationalrat Josef Lettenbichler und seine Kollegin Rebecca Kirchbaumer aus Innsbruck-Land.

Im größten Tiroler Wahlbezirk gibt es kein Rütteln an Nationalrat Hermann Gahr aus Fritzens. Er genießt die volle Unterstützung von Bauernbundobmann Josef Geisler sowie von Parteichef und Landeshauptmann Günther Platter. Nach dem vorjährigen Desaster um ihren Vorzugsstimmenkaiser und Ex-Nationalrat Dominik Schrott wird die Junge ÖVP diesmal leisertreten. ÖVP-Frauenchefin NR Elisabeth Pfurtscheller soll erneut im Oberland antreten. Hinter Behindertensprecherin Kira Grünberg steht noch ein Fragezeichen: Bundes- oder Landesliste? So weit, so gut.

Der Tiroler ÖVP-Arbeitnehmerbund, der sich 2017 wegen der Kandidatenreihung verschnupft zurückgezogen hat, wird in den nächsten Wochen ebenfalls gewichtig mitreden. Im Hintergrund laufen schon die Planungen. Obfrau und Landesrätin Beate Palfrader und AK-Präsident Erwin Zangerl, die nicht ganz einverstanden waren mit dem türkisen Kurs auf Bundesebene, pochen auf einen Listenplatz an der Sonne. Eines haben sie intern schon klargestellt: Elisabeth Pfurtscheller ist nicht ihre Kandidatin, sondern jene der VP-Frauen.

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Am ehesten auf der Landesliste, in Innsbruck-Land oder im Unterland erwarten sich die ÖVP-Arbeitnehmervertreter eine konkrete Absicherung. Der ÖVP-Bauernbund könnte sich vielleicht im Oberland mit einer weiteren Kandidatin engagieren. Doch bei der ÖVP-Listenerstellung ist schlussendlich ein parteiinterner Wettstreit zwischen Arbeitnehmer- und Wirtschaftsbund zu erwarten.




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