Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 01.06.2019


Innenpolitik

Wenig Freude über Straches EU-Begehren

Strache muss wohl mehr Überzeugungsarbeit bei seinem Nachfolger, FPÖ-Chef Hofer, leisten. <span class="TT11_Fotohinweis">Foto: APA/Punz</span>

© APAStrache muss wohl mehr Überzeugungsarbeit bei seinem Nachfolger, FPÖ-Chef Hofer, leisten. Foto: APA/Punz



Eigentlich war Heinz-Christian Strache auf dem letzten Listenplatz 42 der FPÖ für die EU-Wahl gereiht. Da war er noch Vizekanzler und FPÖ-Chef. Das ist er ja nach dem Ibiza-Video nicht mehr. Dennoch erhielt Strache 44.750 Vorzugsstimmen — damit hat er Anspruch auf ein Mandat im EU-Parlament. Nun liegt die Entscheidung, ob er das Mandat annimmt oder nicht, bei Strache. Abgeneigt scheint er nicht zu sein.

Auf Facebook schrieb Strache am Donnerstag: „Ich werde mir nun auch die Zeit nehmen, mit meiner Frau, meiner Familie und meinen engsten Begleitern über meine politische Zukunft nachzudenken."

Seine Ehefrau hat sich schon festgelegt. Im Interview mit News sagt Philippa Strache, sie würde sich wünschen, dass sein politischer Weg noch nicht zu Ende ist. Sie würde ihn bei einem Schritt nach Brüssel unterstützen, Heinz-Christian Strache sei „viel zu jung, um nur zu Hause zu sitzen".

Prominente Parteifreunde legen Strache aber einen Verzicht nahe. So befand Ex-Innenminister Herbert Kickl im TT-Interview auf eine entsprechende Frage: „Wenn ich an seiner Stelle wäre, würde ich es nicht annehmen. Ich kann aber seiner Entscheidung nicht vorgreifen." Kickl sagte weiter, er würde auf ein Mandat verzichten und „ich würde mich auf die Aufklärung konzentrieren und den Gegnern keine Flanke bieten".

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Auch der designierte FPÖ-Chef Norbert Hofer erinnerte kürzlich daran, dass Strache sich aus der Politik zurückgezogen habe. Ob er das Mandat annimmt, „muss er aber selbst entscheiden". (TT)