Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 06.06.2019


Innenpolitik

SPÖ-Chef Zeiler? „Blödsinn!“

Medienmanager dementiert, Michael Häupl ortet „Spin des politischen Mitbewerbers“.

SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner, die Gerüchteküche und die Parteizentrale als Wagenburg.

© APASPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner, die Gerüchteküche und die Parteizentrale als Wagenburg.



Von Michael Sprenger

Wien – „Niemand hat mit Gerhard Zeiler gesprochen. Und er hat zu diesem Thema mit niemandem gesprochen.“ Der international erfolgreiche Medien-Manager Gerhard Zeiler (Präsident von Turner International) lässt über seinen Sprecher die medialen Mutmaßungen, er könnte SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner ablösen, dementieren. „Blödsinn!“ Kurz und bündig kommentiert auch der frühere Bürgermeister Michael Häupl das Gerücht, dass sein Freund Gerhard Zeiler die SPÖ übernehmen soll. Häupl soll laut Standard den Kontakt zu Zeiler hergestellt haben. „Das ist ein Spin des politischen Mitbewerbers“, sagt Häupl der Tiroler Tageszeitung.

Der frühere ORF-Chef Zeiler war vor seinem Wechsel in die Welt der Medien Pressesprecher von SPÖ-Kanzler Fred Sinowatz und kurzzeitig auch von Kanzler Franz Vranitzky. Bei der Demontage von Werner Faymann war er Kandidat für dessen Nachfolge. Er überließ aber dann dem späteren SPÖ-Chef und Kanzler Christian Kern den Vortritt.

Der Kärntner SPÖ-Chef und Landeshauptmann Peter Kaiser mahnt zu Geschlossenheit in der Partei. „Ich stehe uneingeschränkt hinter unserer Vorsitzenden und Spitzenkandidatin Pamela Rendi-Wagner. Wir sollten jetzt alle ein klares programmatisches und menschliches Bild nach außen abgeben“, ergänzt Kaiser. Der Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer baut voll auf die „künftige Kanzlerin“ Rendi-Wagner.

Das Problem sei auch nicht die Vorsitzende, sondern ihr Umfeld in der Parteizentrale in der Löwelstraße, sagt ein Kenner der SPÖ. Ihn erinnere die SPÖ-Zentrale seit Wochen an eine Wagenburg. „Pamela Rendi-Wagner hat drei zen­trale Eigenschaften, die Sebastian Kurz alle nicht hat. Sie ist Frau, Mutter und Ärztin. Diese gilt es in den kommenden Wochen auszuspielen. Wenn das Team in der Löwelstraße das kommunikative Handwerk nicht beherrscht, soll es die Größe haben, dies auch auszusprechen.“

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