Letztes Update am Fr, 07.06.2019 13:20

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neuwahl

„Pipi-normale“ Vorgänge: SPÖ auf der Suche nach Wahlkampfmanager

Das rote Wahlkampfteam soll laut Partei „in den nächsten Tagen“ stehen. Offenbar ist der SPÖ-Kampagnenmanager aus dem Nationalratswahlkampf von 2017. Stefan Sengl, im Gespräch. Ob dieser sich dazu bewegen ließe, ist fraglich.

Die SPÖ ist auf der Suche nach einem Wahlkampfmanager für die Neuwahl im September.

© APA/HELMUT FOHRINGERDie SPÖ ist auf der Suche nach einem Wahlkampfmanager für die Neuwahl im September.



Wien – Die SPÖ ist auf der Suche nach einem Wahlkampfmanager. Am Freitag hieß es seitens der Partei, dass „das Wahlkampfteam in den nächsten Tagen“ zusammengestellt werden soll - ein genauer Zeitplan wurde nicht genannt. Kursierende Namen wollte man freilich nicht bestätigen. Im Gespräch ist offenbar der SPÖ-Kampagnenmanager aus dem NR-Wahlkampf von 2017, Stefan Sengl.

Angeblich hat der ebenfalls ventilierte Gewerkschafter und Vorsitzende des Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), Willi Mernyi, abgewunken. Auch der ehemalige steirische Ex-Bundesgeschäftsführer Max Lercher hatte zuvor abgesagt. Sengl selbst erklärte auf Anfrage der APA, dass niemand aus der Partei bisher an ihn herangetreten sei.

Sengl warf 2017 das Handtuch

Ob sich der Kampagnenleiter aus 2017 dazu bewegen ließe, ist wohl mehr als fraglich, nachdem er nach kolportierten Auseinandersetzungen mit Wahlkampfberater Tal Silberstein im März vor zwei Jahren das Handtuch geworfen hatte. Damals musste das Wahlkampfteam der SPÖ neu aufgesetzt werden.

Dem Vernehmen nach hatten diverse Länderchefs in der Sitzung tags zuvor auf die zumindest teilweise Neuaufstellung des Wahlkampfteams gedrängt. Da SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner an dem parteiintern nicht gänzlich unumstrittenen Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda als Wahlkampfleiter festhielt, soll zumindest ein Wahlkampfmanager zur Unterstützung kommen.

Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und der steirische SP-Chef Michael Schickhofer hatten die Sitzung Donnerstagabend kommentarlos verlassen. Letzterer wollte am Freitag auf APA-Anfrage nichts zu der Causa sagen. Laut einem Bericht der Kleinen Zeitung wollen die Steirer sogar ihren Beitrag zum Wahlkampffonds des Bundes davon abhängig machen, dass der Wahlkampf genau mit den Ländern abgestimmt wird.

„Pipi-normale“ Vorgänge

Als „pipi-normal“ bezeichnete hingegen die oberösterreichische Landesparteivorsitzende Birgit Gerstorfer, die am Donnerstag nicht bei der Sitzung in Wien dabei war, die Vorgänge: „Wir haben eine Wahl. Dass man sich darauf vorbereiten muss und jemanden braucht, der das organisiert, das war bei früheren Wahlen so, das wird bei künftigen Wahlen so sein und ist auch bei den anderen Parteien so“. Einen Namen, wer der mögliche künftige Wahlkampfmanager werden soll, nannte sie nicht. (APA)