Letztes Update am Fr, 14.06.2019 11:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


NR-Wahl 2019

Kogler will mit Grünen wieder ins Parlament: Hauptziel Klimaschutz

Die Grünen legen sich fest: Werner Kogler geht nicht ins EU-Parlament, sondern wird auf dem ersten Listenplatz für die Grünen bei der Nationalratswahl kandidieren. Die Entscheidung sei ihm vor allem ob der mehr als 70.000 Vorzugsstimmen nicht leicht gefallen, sagte Kogler.

Bundessprecher Werner Kogler auf einer Pressekonferenz am Freitag.

© APABundessprecher Werner Kogler auf einer Pressekonferenz am Freitag.



Wien – Bundessprecher Werner Kogler wird Spitzenkandidat der Grünen bei der Nationalratswahl. Beim kommenden Bundeskongress wird er sich um den ersten Listenplatz bewerben, gab er – begleitet vom Applaus von Grünen aus den Bundesländern inklusive Rudi Anschober – am Freitag in einer Pressekonferenz in Wien bekannt.

Sein gerade erst errungenes Mandat im Europaparlament wird Kogler nicht annehmen. Diese Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, machte er auch angesichts von rund 70.000 Vorzugsstimmen bei der EU-Wahl klar. Die Entscheidung sei gemeinsam mit allen Landesorganisationen gefallen, betonte er. Auch mit den europäischen Grünen habe er dies vereinbart.

Als Wahlziel nannte Kogler das „grüne Comeback“, also den Wiedereinzug in den Nationalrat. Die weiteren Plätze auf der Bundesliste sind noch offen, Namen sollen in den kommenden Wochen genannt werden. Entscheiden wird darüber nach der Listenerstellung in allen Bundesländern der Bundeskongress am 6. Juli.

Anschober nicht auf oberem Listenplatz

Keinen aussichtsreichen Listenplatz für den Nationalrat strebt Anschober an, wie dieser in der Pressekonferenz erklärte. Mit Kogler sei ein „ganz hervorragender Spitzenkandidat“ gefunden, er selbst werde sich aber zentral in den Wahlkampf einbringen.

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Kogler (der auch Spitzenkandidat im Wahlkreis Graz-Umgebung werden soll) betonte, dass er nicht als „Solotänzer“ anzutreten gedenke, „es wird sicher kein Pferderennen mit bloß einem Pferd“. Eine explizite Doppelspitze wird es nicht geben, wohl aber weitere prominente Namen auf der Liste. Kogler deutete an, dass es mit der Caritas und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen gute Kooperationen gebe: „Wer weiß, ob da jemand kandidiert?“

Kogler will für Klimaschutz ins Parlament

Als Ziel bei der Wahl nannte Kogler die Rückkehr ins Parlament. „Wir wollen und müssen dort rein, wenn wir uns anschauen, wie Klimaschutz dort behandelt wird.“ Bezüglich angestrebter Stimmanteile pochte er auf Bescheidenheit. „Nur nicht überheblich werden“, laute das Motto, denn man starte bei Null bzw. 3,8 Prozent. „Wenn jetzt einer sagt, acht Prozent sind besser als vier Prozent, finde ich wenige Gründe dem zu widersprechen“, meinte er aber in Hinblick auf aktuelle Umfragewerte.

Sein EU-Mandat nimmt Kogler nicht an, für ihn rückt neben Sarah Wiener nun die schon bisher im EU-Parlament vertretene Monika Vana (und – sollte es zum Brexit kommen – auch Thomas Waitz) nach.

Kogler für Zusammenarbeit mit „Jetzt“ skeptisch

Bezüglich einer Kooperation mit der vom Ex-Grünen Peter Pilz gegründeten Liste JETZT zeigte sich Kogler skeptisch, speziell auch, wenn mit Parteigeldern oder Medienpräsenz bei ORF-Diskussionen gelockt werde. „Erstens, wir nehmen kein fremdes Geld“, und wie der ORF über grüne Auftritte trotz deren aktueller Abwesenheit im Nationalrat entscheide, wisse er nicht. „Was ich weiß, ist, dass die Grünen sicher als Grüne kandidieren werden“, so Kogler. Man sei „für viele ganz offen“, meinte er wohl bezüglich derzeitiger JETZT-Abgeordneter, nicht aber für den „Schritt zurück“ zu Pilz selbst.

Wachsen wollen die Grünen nicht nur durch die Rückholung „enttäuschter Christian-Kern-Wähler“, auch „aufrechte Schwarze und Christlich-Soziale“ will Kogler ansprechen. Man werde weiter als Partei der Ökologie und Gerechtigkeit auftreten, und erstes Anliegen sei, dass Österreich wieder in die obere Liga beim Umweltschutz aufsteige. Kinderfreundlichkeit sei ein weiteres Anliegen, und Österreich solle ein möglichst korruptionsfreies Land werden. Dazu gehörten „gläserne Parteikassen statt gläserner Bürger“, sagte Kogler. (APA)