Letztes Update am Mi, 10.07.2019 07:20

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neuwahl

Personal-Wahl für Nationalratswahl ist weitgehend beendet

SPÖ, FPÖ, NEOS und Grüne haben ihre Bundesliste für die Nationalratswahl schon erstellt. Die ÖVP wartet damit noch zu.

183 Abgeordnete sind im Nationalrat. Manche der jetzigen treten nicht mehr an, andere hoffen, erneut ein Mandat zu bekommen.

© APA/Techt183 Abgeordnete sind im Nationalrat. Manche der jetzigen treten nicht mehr an, andere hoffen, erneut ein Mandat zu bekommen.



Von Karin Leitner

Wien – Heute ist es bei der SPÖ so weit. In Parteipräsidium und -vorstand wird die Bundesliste für die Nationalratswahl am 29. September fixiert. Beschlossen wird sie kommenden Samstag bei einem Bundesparteirat, einem „kleinen Parteitag“ sozusagen. Die Leitlinien für das Wahlprogramm werden ebenfalls abgesegnet.

Platz eins hat die Spitzenkandidatin, Parteichefin Pamela Rendi-Wagner. Traditionell an wählbarer Stelle auf der Bundesliste ist ein Gewerkschafter – damit nun FSG-Frontmann Rainer Wimmer. Auch die Frauenchefin, derzeit Gabriele Heinisch-Hosek, wird stets platziert. Polit-Neulinge gibt es auf dieser Liste ob des Andrangs etablierter Sozialdemokraten nicht.

Die ÖVP hat ihre Bundesliste noch nicht erstellt. Ende Juli werde das der Fall sein, heißt es aus der Parteizentrale gegenüber der TT. Formal hat die Ex-Kanzlerpartei bis 12. August Zeit, bis dahin sind die Bundeslisten der Parteien bei der Wahlbehörde einzureichen. Parteiobmann Sebastian Kurz wird die ÖVP-Liste anführen. Offen ist, wer von jenen, die bei der vergangenen Nationalratswahl quer eingestiegen sind, wieder mit von der Partie ist – etwa Opernball-Organisatorin Maria Großbauer, der Mathematiker Rudolf Taschner und der Wiener Ex-Polizeivizepräsident Karl Mahrer. Der Tiroler ÖVP-Landeshauptmann Günther Platter möchte, dass Kira Grünberg, die Tiroler Spitzenkandidatin bei der vergangenen Nationalratswahl und nunmehrige ÖVP-Behindertensprecherin, auf der Bundesliste „gut positioniert“ wird. 2017 war sie dort auf Platz zehn. Diesmal rangiert sie auf keiner regionalen Liste. Frontfrau der Tiroler Volkspartei auf der Landesliste ist jetzt die ehemalige Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck.

Die Bundesliste der FPÖ steht bereits. Nummer eins ist der designierte FPÖ-Chef Norbert Hofer. Hinter dem vormaligen Infrastrukturminister sind Ex-Innenminister Herbert Kickl, der frühere Staatssekretär Hubert Fuchs und die Abgeordnete Petra Steger gereiht. Auch die Landes- und Regionallisten sind schon besetzt. Vormann in Tirol ist der Bezirksobmann von Innsbruck-Land und Nationalratsabgeordnete Peter Wurm. „Wir sind schon mittendrin in der strategischen Planung“, sagt Generalsekretär Christian Hafenecker der TT.

Auch die NEOS haben das Personelle bereits erledigt. Auf der Bundesliste folgen hinter Parteichefin und Spitzenkandidatin Meinl-Reisinger und dem Hotelier Sepp Schellhorn die Abgeordneten Douglas Hoyos-Trauttmannsdorff, Gerald Loacker und Stephanie Krisper. Endgültig ist die Liste insofern nicht, als die NEOS bis Ende Juli Zeit haben, einen Quereinsteiger an wählbare Stelle zu hieven – mittels einer „Wild Card“.

Wieder in den Nationalrat kommen wollen die Grünen; 2017 haben sie das ja nicht mehr geschafft. Sie hoffen, dass auch ihre Kandidaten ziehen. Parteichef und Spitzenkandidat Werner Kogler ist Nummer eins auf der Bundesliste, auf Platz zwei Global-2000-Chefin Leonore Gewessler, ihr folgt die Journalistin Sibylle Hamann. Den vierten Rang hat der bisherige EU-Mandatar Michel Reimon, den fünften Alma Zadic. Sie ist zuletzt für die Truppe um den Ex-Grünen Peter Pilz in das Hohe Haus eingezogen.

Ob Pilz eine Bundesliste braucht, ist noch nicht klar. Er wird, wie berichtet, gegen Ende der Woche entscheiden, ob sich seine Liste Jetzt auch diesmal der Wahl stellt.




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