Letztes Update am Fr, 02.08.2019 13:27

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innenpolitik

Wer warnte Sellner vor Razzia? Kickl-Kabinettschef streitet ab

Einem Medienbericht zufolge taucht der Name des Kabinettschefs von Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) im Zusammenhang mit der Razzia gegen Identitären-Chef Martin Sellner auf. Die Justiz ermittelt derzeit, ob Sellner vorgewarnt worden war.

Martin Sellner, Sprecher der rechtsextremen "Identitären Bewegung Österreich" (IBÖ).

© APAMartin Sellner, Sprecher der rechtsextremen "Identitären Bewegung Österreich" (IBÖ).



Wien – Der Kabinettchef von Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ), Reinhard Teufel, bestreitet jegliche Involvierung in die Hausdurchsuchung bei dem Sprecher der rechtsextremen Identitären, Martin Sellner. Die Krone hatte berichtet, dessen Name tauche im Ermittlungsakt auf, der eine angebliche Vorwarnung Sellners kurz vor dem Zugriff beleuchten soll. Ermittler konnten dies nicht bestätigen.

Grund für die Hausdurchsuchung bei Sellner war eine Spende des Christchurch-Attentäters an die Identitären. Nach der Razzia im vergangenen März war der Verdacht aufgetaucht, der Zugriff könnte verraten worden sein. Spekuliert wurde auch darüber, dass der Hinweis direkt aus dem Innenministerium gekommen sei. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt deswegen in der Sache. Zuständig für die Hausdurchsuchung selbst war die Staatsanwaltschaft Graz.

Die Krone berichtete nun am Freitag, dass Teufels Name im „Ermittlungsakt des BVT“ bzw. im „BVT-Extremismusakt“ zu Verflechtungen der Identitären mit der FPÖ auftauche und stellt den ehemaligen Kabinettchef in Zusammenhang mit der Hausdurchsuchung. Im Innenministerium konnte man dies nicht bestätigen. Auch bei den mit dem Fall betrauten Staatsanwaltschaften scheint Teufels Name nicht auf. In Wien wartet man aber noch auf einen polizeilichen Ermittlungsakt, betonte man dort.

Teufel bezeichnete in einem schriftlichen Statement die Spekulationen als völlig schleierhaft. „Ich sage deutlich: Ich habe niemanden gewarnt. Ich habe mit niemandem darüber gesprochen. Ich war im Vorhinein nicht einmal informiert.“ Kickls einstiger Kabinettschef erwartet sich nun von denjenigen, „die diese Gerüchte in die Welt setzen, dass sie aus der Deckung kommen und ihre Vorwürfe öffentlich erheben, damit ich mich rechtlich zur Wehr setzen kann“. (APA)