Letztes Update am Mo, 26.08.2019 06:32

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


NR-Wahl 2019

Hofer will mit der FPÖ wieder bei der ÖVP landen

Für FPÖ-Spitzenkandidat Hofer droht nach der Wahl Schwarz-Grün. Er wäre hingegen für die Fortsetzung der Koalition mit der ÖVP bereit.

Mit den FPÖ-Funktionären analysierte Norbert Hofer die politischen Windrichtungen, dann setzte er sich ans Steuer zum Alpenrundflug. (unten)

© Mit den FPÖ-Funktionären analysierte Norbert Hofer die politischen Windrichtungen, dann setzte er sich ans Steuer zum Alpenrundflug. (unten)



Innsbruck – In Innsbruck setzte am Sonntag der desig­nierte FPÖ-Obmann und Spitzenkandidat seiner Partei, Norbert Hofer, zum Rundflug an. Politisch möchte er seine Partei wieder in eine klare Richtung navigieren und in einer Regierungskoalition mit der ÖVP landen. „Wer möchte, dass die bisherige Regierungsarbeit fortgesetzt werden soll, muss die FPÖ wählen“, impfte er seinen Anhängern ein. Nur das sei der Garant für eine Neuauflage von Türkis-Blau. Denn Hofer ist überzeugt, dass die ÖVP einen Schwenk Richtung Grün machen werde, „sollte sich das nach der Nationalratswahl ausgehen“. Schwarz-Rot schließt er ebenfalls nicht aus. „Wie dann das Kopftuchverbot umsetzbar ist, weiß ich nicht. Zugleich muss eine standortfeindliche Politik befürchtet werden.“

Vor seinem Alpenrundflug analysierte er mit den Tiroler FPÖ-Funktionären noch einmal eingehend die politischen Windrichtungen. Dabei ortet Hofer massiven Gegenwind, für den Tiroler FPÖ-Chef Markus Abwerzger macht ÖVP-Bundesparteiobmann und Altkanzler Sebastian Kurz bereits eine Wende Richtung links. Die Tiroler Windverhältnisse mit Schwarz-Grün wolle man im Bund jedenfalls nicht.

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Die Skepsis von Ex-Minister und ÖVP-Regierungskoordinator Gernot Blümel gegenüber Türkis-Blau in der Presse („Im Nachhinein ist man immer g’scheiter. Im Vorhinein kann man in niemanden hineinschauen.“) will Hofer nicht überbewerten. Er könne sich nicht vorstellen, dass gerade Blümel in den schwarz-grünen Chor einstimme. Irgendwie steuert der FPÖ-Spitzenkandidat aber immer vor und zurück. Denn zugleich übt er scharfe Kritik an der ÖVP, indem er betont, dass „alles, was man mit der ÖVP nicht schriftlich vereinbart, schlussendlich hart erkämpft werden muss“. Trotz des schwarz-grünen Schreckgespensts will Hofer die Regierungsarbeit nicht um jeden Preis fortsetzen. Er kündigt harte Verhandlungen an, „schließlich kann ich beinhart sein“.

Im nächsten Augenblick prophezeit er der Volkspartei sofort wieder traurige Ergebnisse bei den Landtagswahlen, sollte sie mit den Grünen eine Koalition eingehen.

Keine Spekulationen möchte der ehemalige FPÖ-Präsidentschaftskandidat über rot-blaue Rundflüge aufkommen lassen. „Das kommt nicht in Frage. Die SPÖ hat ja beschlossen, dass sie mit der FPÖ auf Bundesebene keine Koalition eingeht.“ Und wie geht es mit seinem Vorgänger Heinz-Christian Strache weiter?

Hier geht Hofer zwei Wochen vor dem Parteitag noch einmal klarer auf Distanz. Strache habe ihm versprochen, dass er sich in den nächsten Wochen weitgehend zurückziehen werde. „Das war sein eigener Wunsch. Er hat gesagt, er wird sich auf andere Dinge konzentrieren.“ Darüber hinaus koordiniere die Partei „alles, was kommuniziert wird“. Das trifft seit der Vorwoche vor allem auf Straches Facebookseite zu.

Doch zurück zu den wechselnden Windverhältnissen, bevor Hofer zu seinem Alpenrundflug abhob. Der Tiroler FPÖ-Spitzenkandidat Peter Wurm attackierte LH Günther Platter (VP) frontal wegen dessen Wirtshausinitiative. Denn der Todesstoß für sie sei das Rauchverbot. (pn)