Letztes Update am Mi, 04.09.2019 10:23

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


FPÖ

Hofer will Durchgriffsrecht bei Parteiausschlüssen

Der designierte FPÖ-Parteichef will bei „rechten Ausrutschern“ von Parteimitgliedern schnell durchgreifen und sie aus der Partei ausschließen können. Als Machtkampf mit Ex-Innenminister Kickl will Hofer den Schritt nicht verstanden wissen.

ÖVP-Chef Kurz will wissen, wer sich bei der FPÖ durchsetzen wird – Hofer (l.) oder Kickl. Ersterer sendet nun ein "Signal" an den Altkanzler.

© APA/TechtÖVP-Chef Kurz will wissen, wer sich bei der FPÖ durchsetzen wird – Hofer (l.) oder Kickl. Ersterer sendet nun ein "Signal" an den Altkanzler.



Wien – Der designierte FPÖ-Parteichef Norbert Hofer will sich beim Bundesparteitag am 14. September in Graz mit mehr Macht ausstatten lassen. Eine Statutenänderung soll ihm ein Durchgriffsrecht für Parteiausschlüsse bei „rechten Ausrutschern“ von FPÖ-Mitgliedern bringen, berichtete die Krone.

„Mit den Landeschefs ist alles akkordiert. Wenn etwas passiert, muss sofort reagiert werden können. Ich will der Partei meinen Stempel aufdrücken“, sagte Hofer zur Krone. Bisher konnte der jeweilige FPÖ-Chef bei Gefahr im Verzug nur die Mitglieder der Bundesparteileitung ausschließen, das soll sich nun ändern, so die Krone. In der FPÖ bestätigte man auf Anfrage der APA das Vorhaben.

Signal an Kurz

Den Schritt will Hofer laut dem Bericht nicht als Machtkampf mit Ex-Innenminister Herbert Kickl verstanden wissen. Aber es soll durchaus ein Signal an ÖVP-Chef Sebastian Kurz sein: Dieser hatte im ORF-“Sommergespräch“ ja gemeint, man wisse nicht, wer sich bei der FPÖ durchsetzen werde – Hofer oder Kickl.

Beim Bundesparteitag in Graz steht die offizielle Wahl von Hofer zum neuen FPÖ-Parteichef im Mittelpunkt. Hofer war vom FPÖ-Bundesparteipräsidium bereist am 19. Mai als neuer Parteichef designiert worden - nur einen Tag nach dem Rücktritt seines Vorgängers Heinz-Christian Strache. Dessen skandalöse Aussagen im Ibiza-Video hatten nicht nur seinen Rücktritt als Vizekanzler und Parteichef zur Folge, sondern bedeuteten auch das Ende der türkis-blauen Koalition und den Gang in die nun anstehende Neuwahl am 29. September. (APA)

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