Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 10.09.2019


Exklusiv

Gefangen im Dschungel der Wahlplakate

Kein Wahlkampf ohne mehr oder weniger gelungene Plakate, so will es das politische Einmaleins. Eine Analyse des derzeitigen Angebots aus zwei unterschiedlichen Perspektiven.

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Hartlieb Wild • 10.09.2019 18:24
Politische Plakatwerbung: offene Interpretationsfläche der nichtssagenden Beliebigkeit <> Plakate sind natürlich kein Medium für tiefgehende, detaillierte Diskussionen. Jedoch, die Leere der „Einer, der“–Sprüche unterbietet so manche flache Waschmittelwerbung. <> Der Journalist und politische Schriftsteller Robert Misik charakterisiert es so: „Der Mann mit dem gewissen Nichts. – Der Kunstfigur Sebastian Kurz kann man nicht vorwerfen, seine Werte verraten zu haben, denn er hatte ja nie welche“ <> Der für die Wahl weit wichtigere Aspekt ist die unleugbare politische Verantwortung von Kurz und seiner Truppe smarter Machttechnokraten. <> –#– Als ER gegen Mitterlehner intrigierte und die erste Regierung sprengte, sprach er nicht die Sprache des politischen Anstands. –#– Als ER einem Innenminister zustimmte, der Politik über Recht stellt und daher Menschenrechtskonventionen für verhandelbar ansieht, schaute er nicht auf die mühsam erkämpften Werte der liberalen Demokratie. –#– Als ER keinen Dialog mehr mit NGOs und der engagierten Zivilgesellschaft wollte, blieb er nicht mehr am Boden des gedeihlichen Zusammenlebens. –#– Als ER schweigend überging, daß sein Koalitionspartner sich mit antidemokratischen und die EU zerstörenden Kräften in Osteuropa verbrüdert, hat er drastisch in Europa Schwäche gezeigt. <> Türkis ist wohl ein verwaschenes Blau. Daher: Es gibt etliche seriöse Alternativen zu Kurz und Blau.
Walter Gruber • 10.09.2019 05:46
Unter "Nicht-Wahlkampf" verbucht werden von der ÖVP demnach unter anderem Kosten für türkis-farbene Sonnenbrillen, Luftballons und Shirts. Auch die Ausgabe für die Sommertour "Bergauf, Österreich", bei der Sebastian Kurz mit Tausenden Anhängern Instagram-gerecht wandern war, werde nicht zur Wahlwerbung gezählt. Auf diesen Touren entstanden die Fotos, die nun landesweit auf den ÖVP-Wahlplakaten zu sehen sind. Zudem seien Ausgaben in Höhe von rund 920 000 Euro für den Einsatz verschiedener Agenturen auffälligerweise in den ersten Juli-Tagen abgerechnet worden. Die Kostenobergrenze von sieben Millionen Euro gilt laut Gesetz für die letzten 82 Tage vor der Nationalratswahl am 29. September. Stichtag war also der 9. Juli. https://www.sueddeutsche.de/politik/oesterreich-oevp-wahlkampf-1.4586124

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