Letztes Update am Di, 10.09.2019 12:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Grasser-Prozess

Grasser-Prozess wird nach der Sommerpause ohne Plech fortgesetzt

Der mitangeklagte Makler Plech muss am 1. Oktober zur Überprüfung seiner Verhandlungsfähigkeit ins Gericht kommen.

Der Prozess gegen Grasser und Co. wurde am Dienstag fortgesetzt.

© APADer Prozess gegen Grasser und Co. wurde am Dienstag fortgesetzt.



Wien – Der Strafprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, Walter Meischberger, Peter Hochegger und andere ist heute Dienstag nach einer sechswöchigen Sommerpause im Wiener Straflandesgericht fortgesetzt worden. In den Reihen der Angeklagten fehlt weiterhin der Makler Ernst Karl Plech, er muss nun am 1. Oktober zur Überprüfung seiner Verhandlungsfähigkeit in den Buwog-Prozess kommen.

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Der frühere Buwog-Aufsichtsratspräsident Plech war im Mai 2018, wenige Monate nach dem Prozessbeginn im Dezember 2017, aus gesundheitlichen Gründen für verhandlungsunfähig erklärt worden. Ein neues, von Richterin Marion Hohenecker angeordnetes Gutachten, bescheinigte dem Angeklagten jedoch wieder die Verhandlungsfähigkeit. Dagegen hat Plech eine Eingabe gemacht, er könne aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Verhandlung teilnehmen. Der heute 75-Jährige habe Herzprobleme, hieß es.

Statt Plech war heute, am 104. Tag der Verhandlung, nur sein Anwalt erschienen - der zu Verhandlungsbeginn von der Richterin sofort wieder nach Hause geschickt wurde. „Warum sind Sie da?“ fragte sie ihn. Er müsse am 1. Oktober wieder in die Verhandlung kommen, mit Plech, dann werde seine Eingabe geprüft werden, erklärte die Richterin. Nicht ohne den Nachsatz zum Verteidiger: „Es hat mich natürlich gefreut, dass Sie gekommen sind.“

Der Anwalt von Hochegger brachte vor, dass sein Mandant nach einer Hüftoperation im Sommer bei langem Sitzen Schmerzen bekomme. Ob Hochegger daher bei Schmerzen während der Verhandlung kurz aufstehen könne, ersuchte der Verteidiger. Richterin Hohenecker gewährte ihm dies, wenn er es „gesittet“ und leise tun würde.

Der heutige Zeuge, Heinrich Traumüller, wird bereits zum fünften Mal im Zeugenstand vernommen. Traumüller war zunächst Kabinettschef von Grasser und dann als Spitzenbeamter für die Privatisierung der Bundeswohnungen zuständig. „Ich habe mich als Leiter der Privatisierung verstanden“, sagte Traumüller. (APA)