Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 21.09.2019


NR-Wahl

Kickl als FPÖ-Klubobmann? „Das ist im Gesamtpaket zu bewerten“

Würde ÖVP-Chef Sebastian Kurz Herbert Kickl als FPÖ-Klubchef in einem neuerlichen türkis-blauen Bund akzeptieren? Das lässt er offen.

Kickl kritisiert den Ex-Regierungspartner nun bei jeder Gelegenheit: „Die FPÖ wird keine Außenstelle des Kurz-Anbetungsvereins.“<span class="TT11_Fotohinweis">Foto: APA/Jäger</span>

© APAKickl kritisiert den Ex-Regierungspartner nun bei jeder Gelegenheit: „Die FPÖ wird keine Außenstelle des Kurz-Anbetungsvereins.“Foto: APA/Jäger



Wien – Ein „rotes Tuch“ ist der Blaue Herbert Kickl für die Türkisen. Nachdem die Ibiza-Affäre publik geworden war, wollten sie Kickl nicht mehr als Innenminister haben; alle FPÖ-Minister traten ob dieses Verlangens zurück. Die Folgen sind bekannt.

Kickl stand der ÖVP schon zu koalitionären Zeiten skeptisch gegenüber, von „schwarzen Netzwerken“ im Innenressort sprach er immer wieder. Nun teilt er wahlkampfbedingt bei jeder Gelegenheit verbal gegen ÖVP-Chef Sebastian Kurz aus.

FPÖ-Obmann Norbert Hofer will unbedingt wieder einen türkis-blauen Bund. Welche Rolle könnte Kickl in einem solchen haben? Als Minister würde Kurz ihn nicht mehr gutheißen; das würde der Bundespräsident ebenfalls nicht. Der einstige ÖVP-Klubchef Andreas Khol hat sich via Tiroler Tageszeitung auch gegen einen anderen, hochrangigen Posten für Kickl verwahrt. In einer Koalition sei der Klubobmann eine Schlüsselfunktion, Kickl daher „nicht zu akzeptieren“. Kurz sagte gestern im Ö1-Interview dazu: „In parteiinterne Entscheidungen anderer Parteien habe ich mich noch nie eingemischt – und werde ich mich nicht einmischen.“

Hernach relativierte er: „Wer Klubobmann in den anderen Parteien wird, ist nicht meine Entscheidung, sondern jene der einzelnen Klubs. Wer allerdings in Zukunft als Klub­obmann den jeweiligen Regierungsparteien vorsitzen wird, gilt es im Gesamtpaket mit dem zukünftigen Regierungspersonal zu bewerten.“

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In der FPÖ heißt es, man lasse sich von Kurz nicht vorschreiben, wer Fraktionschef ist; der werde vom blauen Parlamentsklub gewählt, nicht vom ÖVP-Chef ernannt. Kickl hat beim FPÖ-Parteitag den Anhängern versichert, dass sich seine Partei von Kurz nichts diktieren lassen werde: „Die FPÖ wird mit Sicherheit keine Außenstelle des Sebastian-Kurz-Anbetungsvereins werden.“ (kale)


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