Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 01.10.2019


Wahl 2019

Thimo Fiesel: Grüner Motivator und Freund der Berge

Thimo Fiesel, Wahlkampfleiter der Grünen, zieht es in die Bundespolitik. Als Parteimanager hat er sich bereits bewährt.

Thimo Fiesel verantwortete den Nationalratswahlkampf der Grünen. Nun will er dauerhaft auf dem Wiener Parkett Tritt fassen.

© APAThimo Fiesel verantwortete den Nationalratswahlkampf der Grünen. Nun will er dauerhaft auf dem Wiener Parkett Tritt fassen.



Von Carmen Baumgartner-Pötz

Wien, Innsbruck – Wahlkampf machen kann er, der Thimo Fiesel. Das hat er nicht nur im schwierigen Jahr 2018 beim Tiroler Landtagswahlkampf bewiesen, sondern auch beim Urnengang zum EU-Parlament heuer im Mai. Und auch vorgestern Abend war es Fiesel, der in seiner Funktion als Wahlkampfleiter zumindest kurz ins Scheinwerferlicht rückte. Dem ORF-Außenreporter gegenüber auf den Live-Einstieg wartend, um ihn herum bereits die ausgelassene Fangemeinde jubelnd, stand Fiesel da wie ein Baum, dezent schmunzelnd, und war die Ruhe selbst. Das bis zum Bersten volle „Metropol“, die grüne Wiederauferstehung – das alles war neben Werner Koglers Triumph auch ein wenig der Moment von Thimo Fiesel.

Gebi Mair, Klubobmann der Tiroler Grünen, erinnert sich noch gut daran, wie der gebürtige Schwabe und Wahl-Kufsteiner im Juni 2016 bei der Partei andockte: „Wir wollten bewusst jemanden von außen holen. Jemanden, der einen anderen Blickwinkel, andere Erfahrungen mitbringt.“ Mair kannte Fiesel vom Alpenverein, wo dieser damals für die AV-Jugend, für Öffentlichkeitsarbeit und Coaching zuständig war. Sein­e Erfahrung als Klettertrainer sei für Fiesels Arbeit bei den Grünen sicher eine gute Basis gewesen, ist Mair überzeugt: „Denn da musst du nicht nur mit Anfängern arbeiten, sondern auch fortgeschrittenen Leuten etwas beibringen, was du selber nicht kannst.“ Fiesel schaff­e das, „er ist ein großartiger Motivator, er packt mit Freude an, auch wenn die Ausgangslage schwierig ist“, schildert Mair. Als der EU-Wahlkampf zu stemmen war, übernahm Fiesel aus seiner Position als Tiroler Landesgeschäftsführer heraus diese Aufgabe, weil die im Nationalrat nicht vertretenen Grünen nur geringe Ressourcen hatten.

Heute, beim grünen Sitzungsmarathon, bei der ersten Vorstandssitzung mit den Länderspitzen, wo es um die Analyse des Ergebnisses und die Klärung des weiteren Fahrplans geht, wird Fiesel wohl auch mit am Tisch sitzen. Dass es ihn in Richtung Bundespartei zieht, hat der Vater von drei Kindern bereits Anfang September erklärt. „Ich werde nach der Wahl ein Angebot an die Bundespartei zur Mitarbeit richten“, sagte er damals zur TT. Personal brauchen die Grünen nach ihrem triumphalen Wiedereinzug zuhauf. Fiesel brächte die nötigen Qualifikationen für den Job des Bundesgeschäftsführers jedenfalls mit, freilich muss dieser vorher erst ausgeschrieben werden.

Tirols Grünen-Chefin Ingrid Felipe streut ihrem ehemaligen Landesgeschäftsführer wie Mair Rosen: „Er scheut sich nicht vor der Verantwortung, auch nicht, wenn es unangenehm wird.“ Konflikten begegne Fiesel stets konstruktiv. Eine Eigenschaft, die ihm nur zugutekommen kann.

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