Letztes Update am Mi, 30.10.2019 09:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


FPÖ

Abgeblasen: FPÖ will mit Strache-Kinofilm nichts mehr zu tun haben

Die blaue Scheidung und ihre Folgen: Die FPÖ hat den Dreh eines Image-Films über Ex-Parteichef Strache gestoppt. Bezahlt wurde das Projekt allerdings schon.

Der befreundete Regisseur begleitete Strache mit der Kamera (Symbolbild).

© APADer befreundete Regisseur begleitete Strache mit der Kamera (Symbolbild).



Wien – Nach dem endgültigen Bruch der FPÖ mit dem Ehepaar Strache holt die Partei nun die Vergangenheit ein. Vor einem Jahr haben der damalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache und seine FPÖ beim österreichischen Regisseur und Autor Gabriel Barylli ein kostspieliges Film-Projekt beauftragt. Der Image-Film über Strache hätte im November in die Kinos kommen sollen. Hätte – denn mit dem Ibiza-Video kam ganz anderes Filmmaterial ans Licht und die FPÖ stoppte das Kino-Projekt. Auf den Kosten bleibt die Partei trotzdem sitzen.

Das Projekt dem Titel „Ein Jahr mit HC Strache“ sei seinerzeit vom damaligen Parteichef selbst „kreiert und beauftragt worden“, teilte die Partei gegenüber dem ORF mit. Nach dem „Ende der Koalition“ sei der Film jedoch gestoppt worden. „An einer Fertigstellung hat die FPÖ kein Interesse“, hieß es.

Film wohl schon bezahlt

Bezahlt haben dürfte die Partei den Film allerdings bereits. So stellte es jedenfalls der mit Strache befreundete Barylli im ORF-“Report“ dar. Eine Summe wollte er nicht nennen. Branchenkenner schätzen die Kosten jedoch auf mehrere Hunderttausend Euro. Auf die „feine Idee“ mit dem Film sei Strache vor ziemlich genau einem Jahr selbst gekommen, berichtete Barylli in der Sendung am Dienstagabend. Als Auftraggeber habe die FPÖ fungiert. Seinen Vertrag habe er mit dem damaligen Parteiobmann Strache abgeschlossen.

30 Drehtage habe man bereits hinter sich, berichtete Barylli weiter. Was dann passierte, sei „mit einem Tsunami nicht im Entferntesten zu vergleichen“, sagte der Regisseur mit Blick auf den Ibiza-Skandal. Gefilmt wurde dem Regisseur zufolge jedenfalls auch noch nach Straches Rücktritt. (TT.com)