Letztes Update am Fr, 05.04.2013 16:55

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innenpolitik

Töchterle als Bundespräsident?

Platter nennt den Wissenschaftsminister als Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2016.



Wien – Landeshauptmann Günther Platter hat Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle vor zwei Jahren in die Politik gebracht. Jetzt schlägt Platter den Tiroler für den nächsten Karrieresprung vor: Töchterle könnte bei der nächsten Bundespräsidentenwahl als Kandidat der ÖVP ins Rennen gehen, meinte Platter bei einem Termin seines Wahlkampf-Personenkomitees am Dienstagabend in Wien. Die Präsidentenwahl findet erst im Frühjahr 2016 statt. Amtsinhaber Heinz Fischer kann nach zwei Perioden nicht mehr antreten.

Der 63-jährige Töchterle gehört zu den Bundespolitikern mit den besten Umfragewerten. Im Vertrauensindex der APA liegen regelmäßig nur Fischer und Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) – ebenfalls eine mögliche Präsidentschaftskandidatin – vor ihm. Unter den Regierungsmitgliedern liegt er Kopf an Kopf mit Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (beide ÖVP).

Platter nannte auf Nachfrage der Tiroler Tageszeitung mehrere Gründe, warum er Töchterle für ein gutes Staatsoberhaupt hält. Er sei kein klassischer Politiker, er lasse sich nicht vereinnahmen und sei dank seiner „ausgleichenden Art“ geradezu prädestiniert für das Amt des Bundespräsidenten.

Der Name Töchterle war schon öfter im Zusammenhang mit der Hofburg gefallen. Neu ist, dass Platter ihn offiziell ins Spiel bringt. Auf Anfrage der TT blieb der Minister gestern aber zurückhaltend: „Das ist eine Frage, die sich jetzt nicht wirklich stellt“, sagte er.

ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch war von Platters Ansage überrascht. „Das ist sicher eine Idee, die Charme hat“, meinte er zur TT. Vorerst wolle die ÖVP Töchterle aber als Wissenschaftsminister sehen, und das auch nach der Nationalratswahl im Herbst.

Die Entscheidung über den Präsidentschaftskandidaten ist bei der ÖVP Sache des Parteivorstands. Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll, dem großes Interesse am Amt des Staatsoberhauptes nachgesagt wurde, hat schon mehrfach deponiert, dass dieses Thema für ihn erledigt sei. (sabl)




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