Letztes Update am Sa, 11.03.2017 13:03

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konflikte

Mindestens 22 Tote bei Luftangriff auf Marktplatz im Jemen

Bei dem Angriff in der westlichen Stadt Hodeida sind auch acht Menschen verletzt worden, wie ein Sicherheitsbeamter vor Ort am Samstag mitteilte.

© AFPArchivfoto.



Sanaa – Bei einem Luftangriff einer saudi-arabisch geführten Militärkoalition auf einen Marktplatz im Jemen sind laut örtlichen Quellen mindestens 22 Zivilisten getötet worden. Bei dem Angriff in der westlichen Stadt Hodeida am Freitag seien zudem acht Menschen verletzt worden, teilte ein Sicherheitsbeamter vor Ort am Samstag mit. Auch ein Restaurant sei getroffen worden.

Der in mehreren Wellen bombardierte Stadtteil wird von den Houthi-Rebellen beherrscht. Im bitterarmen Jemen wütet seit zwei Jahren ein Bürgerkrieg zwischen der sunnitischen, international anerkannten Regierung des Landes und schiitischen Houthis. Davor hatten die Aufständischen einen großen Teil des Landes überrannt. Sie kontrollieren heute weite Teile ihres Siedlungsgebietes im Nordwesten des Jemen samt der Hauptstadt Sanaa.

Keine Stellungnahme des Militärs

Saudi-Arabien unterstützt die Regierung militärisch und fliegt Luftangriffe auf Stellungen der Rebellen. Immer wieder starben dabei auch viele Zivilisten. Zunächst gab es keine Stellungnahme des Militärbündnisses.

Es ist nicht das erste Mal, dass bei einem saudischen Luftangriff im Jemen viele Zivilisten sterben. Immer wieder wurden beim Bombardement von Hochzeitsgesellschaften, Schulen oder auch Krankenhäusern viele Menschen getötet. Vor einem Jahr starben mehr als 100 Menschen – darunter 24 Kinder – als Bomben einen Marktplatz im Norden des Landes trafen.

Weit mehr als 100 Opfer forderte auch der Luftangriff auf eine Trauergesellschaft im Herbst 2016. Damals wurden zudem über 600 Menschen verletzt. Das ging sogar dem Verbündeten USA zu weit, der Saudi-Arabien daraufhin zur Einstellung der Luftangriffe aufforderte. Seit Kriegsbeginn starben mehr als zehntausend Menschen im Jemen, darunter viele Zivilisten. Millionen sind von Hunger und Krankheiten bedroht. (APA/dpa)