Letztes Update am Fr, 09.06.2017 07:01

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bericht

Bombenanschlag sollte deutsche Botschaft in Kabul treffen

Ein aufmerksamer Wachmann hatte den mit Sprengstoff gefüllten Lkw nicht aufs Botschaftsgelände gelassen, hieß es.

Die Bombe hat massive Zerstörungen angerichtet und 160 Menschen in den Tod gerissen.

© APA/AFP/WAKIL KOHSARDie Bombe hat massive Zerstörungen angerichtet und 160 Menschen in den Tod gerissen.



Berlin – Der verheerende Bombenanschlag von Kabul mit 160 Toten und über 450 Verletzten aus der Vorwoche sollte nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus gezielt die deutsche Botschaft treffen.

Einem aufmerksamen Wachmann sei es zu verdanken, dass die deutschen Diplomaten und ihre Mitarbeiter durch splitternde Scheiben nur Schnittwunden erlitten, berichtet das Magazin unter Verweis auf ein „erstes Fazit deutscher Sicherheitsbehörden“ und einen ersten Untersuchungsbericht.

Der Wachmann habe in der Früh einen Tanklaster angehalten, der Zufahrt zur Botschaft verlangte, um dort Altwasser abzupumpen. Nachfragen des Wachpostens über Funk hätten ergeben, dass ein Tankeinsatz in der Botschaft nicht vereinbart worden sei, schreibt der Focus unter Berufung auf den Untersuchungsbericht. Personen- und Objektschützer innerhalb der Botschaft hätten daraufhin zu größter Vorsicht geraten. Als der Hausmeister zu dem nur 50 Meter vor der Einfahrt stehenden Tanklaster gehen wollte, um die Lage zu klären, habe der Attentäter die rund 1000 Kilogramm schwere Sprengladung gezündet.

„Wäre der Tanklastzug auf den Vorhof der Botschaft gelangt und dort explodiert, dann wären alle Menschen in dem Gebäude getötet worden“, zitierte der Focus einen hohen Berliner Regierungsbeamten. (APA/dpa)