Letztes Update am Mo, 05.02.2018 18:16

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Syrien

Türkei errichtet Militärposten nahe Aleppo

Die Regierung in Ankara unterstützt im syrischen Bürgerkrieg die Gegner von Präsident Bashar al-Assad. Die Errichtung von mehreren Militärposten im Nordwesten des Landes geschieht in Absprache mit Russland und dem Iran.

© ReutersSinnbild für das Elend in Aleppo: Ein Kind steht vor zertrümmerten Häusern in der einst florierenden Handelsmetropole Syriens.



Aleppo – Die Türkei hat nach eigenen Angaben einen Militärposten südwestlich von Aleppo errichtet und damit so tief im syrischen Staatsgebiet wie noch nie. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag berichtete, liegt der Posten in der Nähe des Dorfes Al-Ais. Dies wären weniger als fünf Kilometer von dem Gebiet entfernt, das von der syrischen Armee kontrolliert wird.

Die Regierung in Ankara unterstützt im syrischen Bürgerkrieg die Gegner von Präsident Bashar al-Assad. Die Errichtung von mehreren Militärposten im Nordwesten des Landes geschieht in Absprache mit Russland und dem Iran. Ziel der Abmachung war eine Stabilisierung in der Region, in der regierungstreue Milizen gegen islamistische Rebellengruppen kämpfen.

Getrennt davon hatte die Türkei vor zwei Wochen eine Offensive gegen kurdische Kämpfer in der syrischen Grenzregion Afrin begonnen. Die Regierung in Damaskus spricht von einer Besetzung des Landes und hat mit Gegenmaßnahmen gedroht.

Türkischer Panzer beschädigt

Bei der türkischen Offensive gegen die kurdische Miliz YPG in Nordwestsyrien wurde unterdessen erneut ein türkischer Panzer durch feindlichen Beschuss beschädigt. Soldaten an Bord seien nicht getötet worden, teilten die türkischen Streitkräfte am Montag mit. Der Panzer sei von einer Panzerabwehrwaffe getroffen und leicht beschädigt worden.

Die Armee machte keine Angaben dazu, um welchen Panzertyp und um welche Art von Panzerabwehrwaffe es sich handelte. Beim einem Angriff der YPG auf einen türkischen Panzer waren am Samstag fünf Soldaten getötet worden. Die Türkei setzt bei der Offensive auch deutsche „Leopard 2“-Panzer ein.

Die türkische Armee geht seit rund zwei Wochen in der nordsyrischen Region Afrin gegen die Kurdenmiliz YPG vor, die große Gebiete entlang der syrisch-türkischen Grenze kontrolliert. Die Türkei stuft die YPG als Terrororganisation und als syrischen Ableger der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) ein. Die PKK steht auch in der EU und den USA auf der Liste der Terrororganisationen. (APA/Reuters/dpa)