Letztes Update am Do, 08.03.2018 19:19

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Syrien-Krieg

MSF: Mehr als 1000 Tote durch Offensive nahe Damaskus

„Jeden Tag hören wir von mehr Hoffnungslosigkeit“, sagte die Generaldirektorin der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF).

© AFPOst-Ghouta hat in den vergangenen fast drei Wochen die schwersten Angriffe syrischer Regierungstruppen seit Beginn des Bürgerkrieges vor rund sieben Jahren erlebt.



Damaskus – Seit Beginn der massiven syrischen Militäroffensive auf die Rebellenhochburg Ost-Ghouta bei Damaskus sind nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) mindestens 1005 Menschen getötet worden. Zudem seien 4829 Menschen seit etwa Mitte Februar verletzt worden.

„Jeden Tag hören wir von mehr Hoffnungslosigkeit, während unsere medizinischen Kollegen die Grenzen dessen erreichen, was eine Person ertragen kann“, sagte die Generaldirektorin von MSF, Meinie Nicolai, am Donnerstag. 15 der 20 von MSF unterstützten Krankenhäuser und Kliniken seien im Zuge der Offensive beschossen oder bombardiert worden.

Ost-Ghouta gehört zu den letzten Gebieten Syriens unter Kontrolle von überwiegend islamistischen Rebellengruppen. Die Region hat in den vergangenen fast drei Wochen die schwersten Angriffe syrischer Regierungstruppen seit Beginn des Bürgerkrieges vor rund sieben Jahren erlebt. In dem seit 2013 belagerten Rebellengebiet sind bis zu 400.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Die humanitäre Lage ist nach Angaben von Hilfsorganisationen dramatisch.

Da es in dem Gebiet östlich der syrischen Hauptstadt Damaskus viele medizinische Einrichtung gibt, die nicht von Ärzte ohne Grenzen unterstützt werden, schätzt die Organisation die Zahl der Opfer noch deutlich höher ein. (APA/dpa)