Letztes Update am Mi, 09.05.2018 14:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Indonesien

Sechs Tote bei Aufstand in indonesischem Polizeigefängnis

In einem indonesischen Gefängnis nahmen Häftlinge mehrere Beamte als Geiseln. Mindestens sechs Menschen starben. Spekuliert wird, dass Islamisten dahinter stecken.

© APA/AFP/RICKY PRAKOSO



Jakarta – Bei einem Aufstand in einem Polizeigefängnis in Indonesien sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Bei den Toten handelt es sich nach Angaben der Polizei vom Mittwoch um fünf Polizisten sowie einen Häftling. Die Auseinandersetzungen hatten am Dienstagabend im Hauptquartier einer Polizei-Eliteeinheit in einem Vorort der Hauptstadt Jakarta begonnen. Dort sitzen auch Verdächtige ein, die der Terrormiliz IS nahestehen sollen.

Der Tod der sechs Männer wurde erst nach mehreren Stunden offiziell bestätigt. Die Polizei behauptete am späten Nachmittag (Ortszeit), die Lage „unter Kontrolle“ zu haben. Allerdings bestätigte sie auch, dass noch mindestens ein Polizist in der Gewalt von Häftlingen war. Ein Polizeisprecher sagte, man befinde sich in Gesprächen. Auf Fotos und in Videos, die in sozialen Netzwerken kursierten, waren Häftlinge zu sehen, die die schwarze Flagge des IS schwenkten.

Nach offiziellen Angaben brach der Aufstand aus, weil es Streit um die Verpflegung gegeben hatte. Zuvor waren drei Verdächtige festgenommen worden, die angeblich einen Angriff auf das Polizeigefängnis geplant hatten. Aus Sicherheitskreisen hieß es, der Aufstand habe in einem Zellenblock begonnen, in dem islamistische Terrorverdächtige inhaftiert gewesen seien. Die Häftlinge hätten dann Beamte als Geiseln genommen und mehrere von ihnen getötet.

Mit mehr als 250 Millionen Einwohnern ist Indonesien das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt. Mehrfach gab es dort auch Anschläge von Islamisten. (dpa)


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