Letztes Update am Fr, 03.08.2018 23:25

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


39 Tote

39 Tote bei Angriff auf schiitische Moschee in Afghanistan

Zwei Attentäter in Frauenkleidern sprengen sich in der ostafghanischen Stadt Gardes während des Freitagsgebets inmitten vieler Gläubiger in die Luft. Wieder einmal trifft es Schiiten.

© AFP39 Menschen starben bei dem Anschlag in der Provinz Paktia.



Gardes – Bei einem Selbstmordanschlag während des Freitagsgebets in einer Moschee der ostafghanischen Stadt Gardes sind 39 Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei wurden mehr als 80 weitere Menschen verletzt, darunter mindestens 20 Kinder.

Laut Polizeiangaben drangen während des Freitagsgebets zwei Bewaffnete in die Moschee in der Provinzhauptstadt Gardes ein und eröffneten das Feuer auf die Gläubigen. Beide Attentäter, die Frauenkleidung trugen, hätten kurz darauf ihre Sprengstoffwesten gezündet, sagte der örtliche Polizeisprecher Sardar Wali Tabasum.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Angriff. Allerdings haben Anschläge der radikalen Sunniten-Miliz IS (Daesh) in den vergangenen Monaten in Afghanistan deutlich zugenommen. Die radikalislamischen Taliban bestritten in einer Nachricht auf Twitter jegliche Beteiligung.

In Gardes leben Schätzungen zufolge rund 100.000 Menschen. Nach Angaben der Provinzregierung ist die schiitische Gemeinde in der Stadt äußerst klein – ihr gehören lediglich rund 200 Familien an. Sie alle würden in der gleichen Nachbarschaft wohnen, sagte Hasrat.

Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten sind in Afghanistan traditionell nicht stark ausgeprägt. Sie nehmen aber zu, seit die in Afghanistan seit 2015 präsente Terrormiliz IS mit einer Anschlagsserie auf Schiiten begonnen hat. Betroffen war bisher vor allem die Hauptstadt Kabul.

Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden im ersten Halbjahr 2018 bei gezielten Angriffen auf Schiiten in Afghanistan 115 Menschen getötet und 251 verletzt, fast alle davon durch Selbstmordattentate, die der IS für sich reklamierte. (APA/dpa)




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