Letztes Update am Mi, 17.04.2019 15:36

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Libyen

Raketen in Tripolis eingeschlagen: Zahl der Opfer steigt weiter

In den vergangenen zwei Wochen wurden bei Kämpfen um die libysche Hauptstadt Tripolis fast 190 Menschen getötet, 800 verletzt und 18.000 vertrieben. Nun schlugen erneut Raketen in ein Wohngebiet ein – unklar ist, wer diese abgefeuert hat.

Bei einem Raketenangriff auf ein Wohngebiet in dem Vorort Abu Salim im Südwesten von Tripolis kamen sechs Zivilisten ums Leben.

© AFPBei einem Raketenangriff auf ein Wohngebiet in dem Vorort Abu Salim im Südwesten von Tripolis kamen sechs Zivilisten ums Leben.



Tripolis – Die Zahl der Opfer bei den Kämpfen um die libysche Hauptstadt Tripolis steigt weiter an. Die Weltgesundheitsorganisation WHO erklärte am Mittwoch über Twitter, in den vergangenen rund zwei Wochen seien fast 190 Menschen getötet worden. Mehr als 800 Menschen wurden demnach verletzt und mehr als 18.000 vertrieben.

Der UN-Sondervermittler Ghassan Salame rief die Konfliktparteien auf, die Gewalt unverzüglich zu stoppen. „Schreckliche Nacht mit willkürlichem Beschuss von Wohngebieten“, schrieb er auf Twitter. „Mit Rücksicht auf drei Millionen Menschen, die im Großraum Tripolis leben, müssen diese Angriffe enden. Jetzt!“

Bei einem Raketenangriff auf ein Wohngebiet in dem Vorort Abu Salim im Südwesten von Tripolis waren zuvor sechs Zivilisten ums Leben gekommen, wie ein Militärsprecher erklärte. 35 Menschen seien verletzt worden. Unklar ist, wer die Raketen abgefeuert hat.

Zwei Regierungen konkurrieren um die Macht

In dem Krisenland konkurrieren zwei Regierungen um die Macht. Truppen des einflussreichen Generals Khalifa Haftar hatten vor rund zwei Wochen einen Angriff auf Tripolis begonnen, wo die international anerkannte Regierung von Fajis al-Sarraj sitzt.

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Donnerstag) appellierte Salame an die deutsche Bundesregierung, eine führende Rolle bei der Eindämmung des Konflikts zu übernehmen. „Deutschland hat derzeit den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat inne und ist eine führende Macht in Europa“, sagte er. Die Zukunft Libyens stehe auf dem Spiel. Ausländische Akteure dürften jetzt nicht direkt in die Kämpfe eingreifen oder die Konfliktparteien mit Lieferungen von Waffen und Munition unterstützen. Das würde den Konflikt verlängern und könne Libyen „in Brand setzen“. (APA/dpa)


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