Letztes Update am Sa, 04.05.2019 12:03

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Staatskrise

Hochrangige Militärs in Venezuela laut Guaidó zu Seitenwechsel bereit

Wie viele Soldaten genau sich seinem gescheiterten Militäraufstand am Dienstag angeschlossen hätten, sagte Guaidó nicht. Es seien aber Majore und Generäle darunter gewesen.

Guaido ist von der Stärke seiner Opposition überzeugt.

© AFPGuaido ist von der Stärke seiner Opposition überzeugt.



Caracas – Der selbsternannte venezolanische Interimspräsident Juan Guaidó erwartet nach eigenen Angaben, dass sich zahlreiche hochrangige Militärs im Machtkampf mit Staatschef Nicholás Maduro auf seine Seite schlagen werden. „Hochrangige Offiziere und mittelrangige Offiziere haben sich geäußert. Es gibt Unzufriedenheit im Militär“, sagte Guaidó Journalisten am Freitag (Ortszeit).

Wie viele Soldaten genau sich seinem gescheiterten Militäraufstand am Dienstag angeschlossen hätten, sagte er nicht. Es seien aber Majore und Generäle darunter gewesen. Maduro hatte gedroht, die Beteiligten festnehmen zu lassen. Bisher habe es aber keine Festnahmen gegeben, so der Interimspräsident.

Mahnwache für Todesopfer

Seine Unterstützer rief Guaidó auf, am Samstag zu Militärkasernen und Stützpunkten zu marschieren, um die Armee zum Seitenwechsel zu bewegen. Dabei solle dem Militär „ein Dokument“ oder „eine Erklärung“ übergeben werden, sagte Guaidó. Für Sonntag plant die Opposition eine Mahnwache und Gebete für die Todesopfer der jüngsten Proteste. Bei den Demonstration in den vergangenen Tagen sind mindestens fünf Menschen getötet worden.

Am Dienstag war der Oppositionsführer Leopoldo López angeblich auf Anweisung Guaidós von aufständischen Soldaten aus dem Hausarrest befreit worden. Ein geplanter Umsturzversuch gegen die Regierung Maduros scheiterte allerdings zunächst.

Mit seinem jüngsten Coup hat Guaidó wieder Bewegung in den zuletzt festgefahrenen Machtkampf gebracht. Der junge Abgeordnete hatte sich am 23. Jänner selbst zum Interimspräsidenten ernannt, aber trotz breiter internationaler Unterstützung bisher vergeblich versucht, einen Machtwechsel in dem südamerikanischen Erdölland zu erzwingen. (APA/dpa)