Letztes Update am Fr, 19.07.2019 23:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konflikte

Iran stoppt zwei britische Öltanker: Zweites Schiff wieder frei

Die Lage im Persischen Golf spitzt sich zu: Nun hat der Iran eigenen Angaben zufolge einen britischen Tanker an der Weiterfahrt gehindert. Ein zweiter konnte mittlerweile offenbar die Fahrt fortsetzen.

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Teheran – Der Iran hat den in der Straße von Hormuz gestoppten Öltanker „Mesdar“ wieder freigegeben. Das teilte die britische Reederei Norbulk Shipping UK am Freitagabend mit. Die Bewaffneten hätten das Schiff verlassen, das Schiff sei frei, seine Reise fortzusetzen, die Besatzung wohlauf.

Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hatten zuvor nach eigenen Angaben einen weiteren unter britischer Flagge fahrenden Öltanker in der Straße von Hormuz gestoppt. Beim ersten handelte es sich um das Schiff „Stena Impero“ der schwedischen Firma „Stena Bulk“. Das zweite wenige Stunden später war der ebenfalls unter britischer Flagge fahrende Öltanker „Mesdar“ aus Liberia.

Großbritannien zeigt sich zunehmend besorgt über die Lage. Außenminister Jeremy Hunt erklärte am Abend, das Stoppen der Schiffe sei inakzeptabel. Er rief zur freien Durchfahrt in der Straße von Hormuz auf. Er werde jedenfalls in Kürze den nationalen Sicherheitsrat zusammenrufen, um rasch die Freilassung der beiden Tanker sicherzustellen.

Das Unternehmen habe derzeit keinen Kontakt zur Besatzung des Schiffes, hieß es auf den ersten Tanker bezogen. An Bord befinden sich nach Unternehmensangaben 23 Crew-Mitglieder. Es gebe keine Nachrichten über Verletzte. Man stehe in engem Kontakt zu den britischen Behörden. Das Schiff fahre inzwischen nach Norden in Richtung Iran.

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Wie Daten der Internetseite Marine Traffic zeigen, verließ die „Stena Impero“ gegen 17.30 Uhr MESZ ihren Kurs, als sie die Straße von Hormuz passiert hatte. Das Schiff war vom Hafen Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten aus auf dem Weg in Richtung Al-Dschubail in Saudi-Arabien. Zuletzt zeigten die Daten, dass sich das Schiff in Richtung der iranischen Insel Keschm befand.

Im Persischen Golf nahmen zuletzt die Spannungen deutlich zu. In den vergangenen Wochen hatte es mehrere Sabotageakte an Öltankern gegeben. Die USA werfen dem Iran vor, hinter den Zwischenfällen zu stecken.

Unter dem Vorwurf illegaler Öllieferungen an Syrien liegt seit Anfang des Monats in Gibraltar ein Supertanker an der Kette. Die Öllieferung aus dem Iran soll gegen EU-Sanktionen gegen Syrien verstoßen. Der Iran protestierte gegen die Beschlagnahme, bestellte mehrmals den britischen Botschafter ein und forderte, das Schiff sofort weiterfahren zu lassen. Am Dienstag drohte der oberste iranische Führer London mit Konsequenzen. (APA, dpa)