Letztes Update am Sa, 10.08.2019 08:51

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nordkorea/USA

Nordkorea feuerte offenbar erneut Raketen ab: Trump äußert Verständnis

Es war bereits der fünfte nordkoreanische Raketentest in zwei Wochen. Zuletzt feuerte Pjöngjang am Dienstag zwei mutmaßliche Kurzstreckenraketen ab – nur einen Tag nach Beginn von gemeinsamen Militärmanöver der USA und Südkoreas.

Eine Nachbildung von nordkoreanischen und südkoreanischen Raketen bei einem Kriegsdenkmal in Seoul.

© AFPEine Nachbildung von nordkoreanischen und südkoreanischen Raketen bei einem Kriegsdenkmal in Seoul.



Seoul/Washington – Nordkorea hat offenbar erneut Raketen getestet – nur Stunden, nachdem US-Präsident Donald Trump Verständnis für Machthaber Kim Jong-un geäußert hatte. Nach Angaben des südkoreanischen Generalstabs wurden am Samstag nahe der Stadt Hamhung an der Ostküste Nordkoreas zwei mutmaßliche Raketen abgefeuert.

Die Geschoße stürzten dann ins Ostmeer, das auch als Japanisches Meer bekannt ist. Es war bereits der fünfte nordkoreanische Raketentest in zwei Wochen. Zuletzt feuerte Pjöngjang am Dienstag zwei mutmaßliche Kurzstreckenraketen ab – nur einen Tag nach Beginn von gemeinsamen Militärmanöver der USA und Südkoreas.

„Ich habe sie auch noch nie gemocht“

Die Führung in Pjöngjang hat die Militärübung scharf verurteilt und seine Waffentests teilweise als „Warnung“ an Südkorea und die USA bezeichnet. Die jährlichen Militärmanöver der beiden Verbündeten sorgen in Nordkorea regelmäßig für wütende Reaktionen.

NO-Resolutionen verbieten Nordkorea jeglichen Test ballistischer Raketen. US-Präsident Trump hat aber mehrfach erklärt, dass er die nordkoreanischen Raketentests nicht als Hindernis für neue Atomverhandlungen mit Pjöngjang betrachte.

Am Freitag äußerte Trump zudem Verständnis für Kims Kritik an den Militärmanövern. Kim habe ihm einen „sehr schönen“ und „sehr positiven“ Brief geschrieben, sagte der US-Präsident. Kim habe geschrieben, dass er „nicht erfreut“ sei über die Militärübungen. „Ich habe sie auch noch nie gemocht“, sagte Trump. „Ich war nie ein Fan. Und wissen Sie warum? Mir gefällt es nicht, dafür zu zahlen.“

Trump sieht Raketen nicht als Problem

Trump betonte erneut, er sehe die Tests nordkoreanischer Kurzstreckenraketen nicht als Problem an. Nordkorea habe keine Atomwaffen und keine Langstreckenraketen getestet. Der US-Präsident erklärte sich außerdem zu einem vierten Treffen mit Kim bereit, ohne jedoch einen möglichen Termin oder weitere Details zu nennen.

Einen deutlich kritischeren Ton schlug Trump unterdessen gegenüber den US-Verbündeten in der Region an. „Südkorea und Japan streiten die ganze Zeit“, sagte Trump. „Sie müssen miteinander klarkommen.“ Japan und Südkorea liefern sich derzeit einen erbitterten Handelsstreit.

Auslöser des Konflikts ist ein Urteil des Oberste Gericht Südkoreas vom vergangenen Oktober. Es entschied, dass japanische Firmen Entschädigung an Südkoreaner zahlen müssen, die während der japanischen Besetzung der koreanischen Halbinsel von 1910 bis 1945 Zwangsarbeit leisten mussten. Japan reagierte empört und erklärte, dass bereits 1965 eine Einigung diesbezüglich erzielt worden sei. Der Streit hatte sich hochgeschaukelt, als Japan die Belieferung südkoreanischer Technologiekonzerne mit Baumaterialien für Handys und Halbleiter beschränkte. Als Grund wurden Sicherheitsbedenken genannt.

Trump und Kim hatten sich zuletzt Ende Juni in der entmilitarisierten Zone zwischen den beiden koreanischen Staaten getroffen. Trotz ihrer Ankündigung, die Gespräche über eine atomare Abrüstung Nordkoreas wieder aufzunehmen, herrscht in den Verhandlungen weiterhin Stillstand. (APA/AFP)


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

Vor allem Kinder leiden an den Folgen des Krieges. 2,1 Millionen sind akut mangelernährt.Konflikte
Konflikte

Der Kampf ums Überleben in der Kriegshölle des Jemen

Im Jemen tobt ein brutaler Krieg. Millionen sind auf der Flucht und leiden Hunger. Zehntausende wurden bereits getötet. Care-Nothelferin Jennifer Bose war vo ...

Demonstrant in Khartum.Sudan
Sudan

Abkommen im Sudan macht Weg frei für Übergangsregierung

Die am Samstag von beiden Seiten unterzeichnete Verfassungserklärung soll die Aufteilung der Macht regeln und einer Zivilregierung den Weg ebnen.

Das Rettungsschiff "Open Arms".Italien
Italien

28 Minderjährige verlassen „Open Arms“, Salvini in Bedrängnis

Die italienische Behörden haben die Landung von 28 minderjährigen Migranten, die sich noch an Bord des Rettungsschiffes „Open Arms“ vor der Insel Lampedusa b ...

Um Proteste zu unterbinden, hatte die Regierung Zehntausende zusätzliche Soldaten in die Region geschickt.Kaschmir
Kaschmir

Heftige Kämpfe zwischen pakistanischen und indischen Truppen

Ein hochrangiger Regierungsvertreter aus Neu Delhi sagte der Nachrichtenagentur AFP, der „schwere“ Schusswechsel dauere noch an.

Am Wochenende könnte es in Hongkong erneut zu Ausschreitungen kommen.Kundgebungen
Kundgebungen

Neues Protest-Wochenende in Hongkong: Tausende auf den Straßen

Im Verlauf des Wochenendes sind in der ehemaligen britischen Kolonie, die heute als Sonderverwaltungszone zu China gehört, weitere Proteste geplant. Befürcht ...

Weitere Artikel aus der Kategorie »