Letztes Update am Di, 24.09.2019 06:55

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Karibik

Regierungskrise in Haiti: Senator soll vor Parlament geschossen haben

Der Senator soll einen Wachmann und einen Journalisten getroffen und verletzt haben. Der Politiker gab an, von Unbekannten angegriffen worden zu sein.

In Haiti sind heftige Proteste gegen die Regierung ausgebrochen.

© AFPIn Haiti sind heftige Proteste gegen die Regierung ausgebrochen.



Port-au-Prince – Mitten in der Regierungskrise ist es in Haiti erneut zu einem Gewaltausbruch gekommen. Ein Senator des Karibikstaates, Jean Marie Ralph Féthière, schoss Medienberichten zufolge am Montag vor dem Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Port-au-Prince mit einer Handfeuerwaffe und verletzte zwei Menschen.

Féthière gehört der Opposition an, die am Montag zusammen mit Demonstranten zum wiederholten Mal eine Abstimmung im Senat zur Bestätigung des kommissarischen Premierministers Fritz William Michel blockierte.

Seit Montag Proteste gegen Regierung

Staatspräsident Jovenel Moïse hatte Michel als Regierungschef nominiert, nachdem dessen Vorgänger Jean Michel Lapin ebenfalls nicht vom Parlament bestätigt worden war. Michel ist bereits der vierte Premierminister unter Moïse, der erst seit Februar 2017 Staatschef ist. Gegen seine Regierung fanden am Montag in Haiti erneut Demonstrationen mit Barrikaden aus brennenden Autoreifen statt.

Im Februar waren bei Protesten gegen die Regierung Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Auch im Juni kam es zu schweren Krawallen. Die Demonstranten fordern Moïses Rücktritt. Sie werfen der Regierung vor, Geld aus dem Petrocaribe-Programm veruntreut zu haben, über das Haiti jahrelang Erdöllieferungen aus Venezuela zu günstigen Konditionen erhalten hatte. Wegen Treibstoffmangels hatten Demonstranten vergangene Wochen zeitweise Port-au-Prince lahmgelegt.

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Bei den Angeschossenen handelte es sich Medienberichten zufolge um einen Wachmann und einen Fotojournalisten. Letzterer wurde nach einem Bericht des Miami Herald im Gesicht getroffen, befand sich demnach aber nicht in Lebensgefahr. Féthière gab laut der US-Zeitung an, von einer Gruppe Unbekannter angegriffen worden zu sein. (APA/dpa)