Letztes Update am Mi, 13.11.2019 08:59

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nahost

Erneut Raketenangriffe auf Israel als Vergeltung für Tötung von Militärchef

Der Islamische Jihad nannte den tödlichen Angriff auf seinen Militärchef eine „Kriegserklärung“ Israels, es seien damit „alle roten Linien überschritten“ worden. Den zweiten Tag in Folge wurden vom Gazastreifen aus Raketen auf Israel abgefeuert.

Eine Überwachungskamera hält den Einschlag einer Rakete aus dem Gazastreifen in der israelischen Gemeinde Gan Yavne fest.

© Netivei IsraelEine Überwachungskamera hält den Einschlag einer Rakete aus dem Gazastreifen in der israelischen Gemeinde Gan Yavne fest.



Jerusalem, Gaza – Militante Palästinenser haben am Mittwoch den zweiten Tag in Folge vom Gazastreifen aus Raketen auf Israel abgefeuert. Dort suchten Menschen Unterschlupf, als Sirenen vor den Raketenangriffen warnten. Berichte über mögliche Opfer lagen zunächst nicht vor. In der Nacht hatte Israels Luftwaffe mehrere Ziele der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Jihad in dem Küstenstreifen angegriffen.

Das Gesundheitsministerium in Gaza teilte am Mittwoch mit, ein Palästinenser sei dabei getötet worden. Die Angriffe auf israelisches Territorium hatten am Dienstag begonnen, nachdem Israel gezielt einen Befehlshaber der Extremistengruppe Islamischer Jihad im Gazastreifen getötet hatte. Militante Palästinenser feuerten daraufhin rund 200 Raketen auf mehrere israelische Städte ab, darunter Tel Aviv. Nach Behördenangaben wurden rund zwanzig Menschen leicht verletzt.

Die israelische Luftwaffe griff mehrere Ziele militanter Gruppen im Gazastreifen an. Dabei wurden mehr als acht Palästinenser getötet. Es handelte sich um die schwersten Gefechte in der Region seit Monaten.

„Kriegserklärung“ Israels

Der Islamische Jihad nannte den tödlichen Angriff auf seinen Militärchef eine „Kriegserklärung“ Israels, es seien damit „alle roten Linien überschritten“ worden. Nach syrischen Angaben wurden bei einem weiteren Angriff der israelischen Luftwaffe auf einen anderen Jihad-Führer in Damaskus, Akram Al-Ajouri, zwei Menschen getötet. Al-Ajouri selbst sei nur verletzt worden.

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Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu beschrieb Abu Al-Atta als „den zentralen Verantwortlichen für Terrorattacken aus dem Gazastreifen“. Der Militärchef stehe hinter Angriffen mit Hunderten von Raketen und sei dabei gewesen, neue Attacken zu planen.

Nach Medienberichten bemühen sich Ägypten und die Vereinten Nationen hinter den Kulissen intensiv um eine Beruhigung der Lage. Angesichts der Eskalation berief die israelische Armee Hunderte Reservisten ein. Die Armee verlegte nach eigenen Angaben verstärkt Truppen ins Grenzgebiet. Die beiden Grenzübergänge von Israel in den Gazastreifen blieben bis auf Weiteres geschlossen.

Abu Al-Atta war ein Anführer der Al-Quds-Brigaden, des bewaffneten Arms des Islamischen Jihad im Gazastreifen. Sie gilt als zweitstärkste Extremistenorganisation nach der islamistischen Hamas. Beide Organisationen haben schon mehrfach blutige Terroranschläge in Israel verübt. (APA/Reuters/dpa)