Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 21.06.2015


Landespolitik

Tiroler starten erste Initiative „Ehe für alle“

© Hierzulande dürfen Homosexuelle Stief- und Fremdkinder adoptieren, aber nicht heiraten. Ändert sich das nicht, steht Österreich demnächst in Europa mit diesem Widerspruch alleine da.Foto: dpa



Innsbruck – Spätestens seit nun das tiefkatholische Irland zwei Männern und zwei Frauen das Heiraten ermöglicht, wird auch in Österreich breit darüber diskutiert, ob Schwule und Lesben heiraten dürfen sollen. Auf politischer Ebene bewegt man sich nicht von der Ansicht weg, dass die Möglichkeit einer Verpartnerung reicht – trotz einiger Nachteile im Vergleich zur Ehe. Für ÖVP, FPÖ und das Team Stronach ist das Heiraten Homosexueller inakzeptabel. „Das ist eine Diskriminierung. Menschen sind gleich viel wert, deshalb muss auch das zivile Heiraten für alle möglich sein“, sagt Sven Hofer, Obmann vom Tiroler Verein Vielfalt. Dieser hat nun unter dem Titel „Ehe gleich!“ Österreichs erste parlamentarische Bürgerinitiative gestartet. Um auf die Parlamentshomepage gesetzt zu werden, damit dort auf elektronischem Weg Unterschriften gesammelt werden können, mussten 500 Menschen auf dem Papier ihre Unterstützung geben. Einen Tag nach Startschuss war dies erfüllt. Mittlerweile wird die vom Rechtskomitee Lambda getragene Aktion von 32 Organisationen unterstützt (www.ehe-gleich.at). Um „parlamentarisch etwas zu bewegen“ bräuchte es am Ende 100.000 Unterschriften. „Es muss endlich politisch ein Thema werden, Österreich ist hier in Europa Schlusslicht“, sagt Hofer. (lipi)