Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 22.06.2015


Fernpass

Fußgänger, Radfahrer und Landtagsthema

Die ersten Ergebnisse der Strategie für den Fernpass sorgen für Reaktionen. „Impuls Tirol“ thematisiert das Thema in einem Dringlichkeitsantrag.

© Thomas BöhmAn Spitzentagen quälen sich bis zu 29.000 Pkw über den Fernpass. Richtung Deutschland bringen die geplanten Tunnels keine Entlastung.



Lermoos, Nassereith – „Das kann es doch nicht sein“, meint die Lermooser Bürgermeisterin und Impuls-Landtagsabgeordnete Maria Zwölfer. Sie wird am Donnerstag einen Antrag für den Juli-Landtag zur aktuellen Fernpassstrategie einbringen. Konkret geht es ihr um die geplante Ampelregelung bei Reutte Nord, die ihrer Meinung nach für Staus in Richtung Deutschland sorgen werde. „Wir wollen eine Untersuchung über die Auswirkungen einer solchen Maßnahme in Sachen Tourismus, aber auch Umwelt.“ Für sie ist diese Maßnahme eine reine Verlagerung der Stauproblematik in Richtung Allgäu.

Die Dringlichkeit ihres Antrages („wir haben zum Fernpass bereits drei Anträge eingebracht“, ergänzt sie) unterstreicht sie mit den Zahlen des jüngsten Verkehrsberichtes. Der wies für die Fernpassstrecke in den letzten Jahren überdurchschnittliche Steigerungen auf. „Da ist Handlungsbedarf“, so Zwölfer.

Ihr Bürgermeisterkollege Klaus Zirnhöld aus Bichl­bach hat für sich zwei konkrete Stauverursacher parat: die beiden Zebrastreifen am Fernstein sorgen seiner Meinung nach für einen Stopp im Fließverkehr. Eine mögliche Unter- oder Überführung wird in der Fernpassstrategie übrigens diskutiert.

Der Nassereither Gemeinderat und Fernpass-Fahrer Willi Emberger möchte hingegen die Radfahrer von der Passstraße verbannen: „Für Mountainbikes gibt es einen Radweg und für die Straßenradler wurde schon ein Shutt­le eingerichtet.“ (pascal)