Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 08.07.2015


Landespolitik

Gedenktafel in Ausarbeitung

© Harald AngererIn der Katharinenkirche soll bald die Tafel für fünf Kitzbüheler angebracht werden, die sich dem NS-Widerstand angeschlossen hatten.Foto: Angerer



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Es ist ein dunkler Fleck in der Geschichte der Stadt Kitzbühel – genau genommen ist es ein brauner. In der Zeit des Nationalsozialismus war die Stadt Kitzbühel eine Nazi-Hochburg, wie Museumsdirektor Wido Sieberer schildert. „Zum einen fiel die Idee des Nationalsozialismus in der Stadt auf fruchtbaren Boden, zum anderen wurde von den Nazis die Bekanntheit des Wintersportortes genutzt“, sagt Sieberer.

Doch auch in der Stadt gab es Widerstand, und genau jenen Personen soll nun endlich ein Zeichen gesetzt werden. Schon seit vielen Jahren gibt es immer wieder Forderungen nach einer Gedenktafel, zuletzt von Karl Prieler. Daraufhin hat sich dann auch der Kulturausschuss der Stadt darüber Gedanken gemacht und zugesagt, eine Gedenktafel aufzustellen. Jetzt soll es dann auch wirklich so weit sein.

Die Tafel ist bereits in der Fertigung, heißt es aus dem Stadtamt, und soll dann in der Katharinenkirche angebracht werden. Dort wird auch der anderen Opfer der Weltkriege gedacht. Es sind fünf Kitzbüheler, die sich dem Widerstand angeschlossen hatten. Keine Kämpfer, wie Sieberer betont, aber Andrea­s Obernauer, Josef Pair, Vikto­r Da Pont, Anton Rausch und Ignaz Zloczower hätten den Widerstand unterstützt. Zloczowe­r war Jude und wurde nach Auschwitz gebracht und ist dort gestorben. Drei weitere wurden hingerichtet und einer starb in der Gefangenschaft in Innsbruck an den Folterungen.