Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 11.08.2015


Landespolitik

Dämme und Strommasten sollen erhöht werden

Bis Ende der Woche gibt es keine Entspannung am Acherbach in Tumpen. BM Wolf verweist in Sachen Kraftwerk auf das Höchstgericht.

Das Auffangbecken von 2013 ist voll, die Tiwag müsste die Strommasten erhöhen, damit die Dämme wachsen können.

© PaschingerDas Auffangbecken von 2013 ist voll, die Tiwag müsste die Strommasten erhöhen, damit die Dämme wachsen können.



Von Alexander Paschinger

Tumpen, Umhausen – „Da haben wir Füße bekommen“, sagt einer der Helfer, die am Samstagnachmittag die kleine Kapelle ausschöpften, die in der Vorwoche einen Meter hoch vermurt worden war. Denn am Samstagnachmittag begann es wieder vom Acherbach her in Richtung Tumpen zu grollen. Das große Material blieb am Murkegel der Vorwoche zurück, das Wasser schoss tiefbraun weiter in die Ötztaler Ache und wurde abtransportiert. „Die Straße konnten wir bald wieder freigeben“, so Bürgermeister Jakob Wolf. Es habe ja keine Gefahr für die Straße bestanden. Die Kapelle selbst, die Ende der 1920er-Jahre gegen die Muren vom Acherbach gebaut wurde, stand wieder einen halben Meter im Dreck. „Der ließ sich jetzt aber leichter herausbringen, weil wir schon die Bänke und den Altar draußen hatten“, so der Helfer.

Entwarnung gibt der Dorfchef aber bis zum Freitag keine: „Es sind immer wieder Hitze und Gewitter angesagt. Es ist nur gut, dass hier keine Häuser betroffen sind“, sagt er. Gestern gab es eine Begehung mit der Wildbachverbauung. Es sollen rasch Schritte gesetzt werden, um die derzeit vollen Auffangbecken wieder funktionstüchtig zu machen. Wolf schwebt eine Erhöhung der Dämme mit dem nun angelandeten groben Material vor. Allerdings müsse dafür die 25-kV-Leitung der Tiwag erhöht werden, die das vermurte Gelände überspannt. Da sei man im Gespräch.

Für Alfred Kuen von der Bürgerinitiative gegen das geplante Kraftwerk in Tumpen bleiben die beiden Muren Gegenargumente zum Projekt. „Es ist wichtig, dass die Ötztaler Ache hier ihre Kraft behält und allfälliges Material wegräumt, damit es zu keinem Rückstau kommen kann, der das Dorf unter Wasser setzt.“

Wolf bleibt bei seiner Ansicht, dass „das Ausleitungskraftwerk“ sogar eine Verbesserung bringen würde: „Das sagen die Experten.“ Ansonsten „haben die Gegner eine Beschwerde beim Höchstgericht laufen – die bleibt abzuwarten“, so der Dorfchef.

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