Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 15.09.2015


Landespolitik

Opposition zerpflückt Buskonzept

Ohne Direktverbindung in den Norden von Mils sei die Verlängerung der 4er-Linie sinnlos, kritisiert die Opposition. BM Hanser verteidigt die Lösung.

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© Domanig



Mils – Einen „Alleingang“ bei dem im Sommer präsentierten neuen Buskonzept wirft die Milser Opposition BM Peter Hanser (VP) vor. Wie berichtet, wird die Buslinie 4 ab Dezember bis zum Dreschtennenplatz in Mils verlängert, sie stellt eine neue, viertelstündliche Verbindung zum Haller Bahnhof her.

Doch diese Verlängerung sei nur als „erster Schritt“ gedacht gewesen, meint Grün-GR Josef Leitner. Ab Dezember 2016 hätte jeder zweite Bus bis Planitz im Norden von Mils fahren sollen. Nur unter dieser Prämisse habe seine Liste im Mai dem Umbau des Dreschtennenplatzes (für die Umkehrschleife des „4ers“) zugestimmt, erklärt Leitner. „Im Sommer haben wir dann aus der Zeitung erfahren, dass alles anders kommt.“ Statt einer Direktverbindung bis Planitz soll nun ein kleiner Dorfbus mit ca. 20 Plätzen und alternativem Antrieb für die Anbindung des gesamten langgestreckten Milser Gemeindegebiets sorgen.

Für Leitner ist die Vorstellung, „dass die Milser zuerst vom Dorfbus auf den 4er umsteigen, um nach Hall zu fahren und dort gegebenenfalls nochmals umzusteigen“, jedoch schlicht „unrealistisch“. Zudem sei „nie davon die Rede gewesen“, dass dafür die bestehenden Post- und Regio­busverbindungen „wegfallen sollen“. Durch die von Hanser vorgelegte Lösung werde „das jetzige Bussystem, das Schwächen hatte, zerstört und durch ein noch schlechteres ersetzt“, kritisiert SP-GR Wolfgang Maurer, nur ein Bruchteil der Milser profitiere davon. Die 24.000 Euro jährlich „für eine Verlängerung der Buslinie um 300 Meter“ seien unter diesen Umständen nicht gerechtfertigt, ebenso wenig die 40.000 Euro für den Umbau des Dreschtennenplatzes, ergänzt Gemeindevorstand Christian Pittl (Lebenswertes Mils), der schon im Gemeinderat gegen den Haltestellenausbau gestimmt hatte. Statt der „sinnlosen“ Verlängerung des 4ers solle der bestehende Regiobus bis zum Haller Bahnhof geführt werden, fordert die Opposition, die sich eine „echte Diskussion“ ihrer Vorschläge wünscht.

Es sei „noch nichts entschieden“, das Konzept müsse noch in den Gemeinderat, kontert BM Peter Hanser. Die Variante mit dem Dorfbus sei nur eine vom Verkehrsverbund (VVT) angebotene Option, „die ich aber unterstütze“. Auch der VVT halte einen umweltfreundlichen, leisen Kleinbus „für die bessere Lösung als einen 18-Meter-Gelenkbus, der jede halbe Stunde nach Planitz bzw. retour fährt und bei der Bevölkerung womöglich Unmut auslöst“. In Kürze werde der zuständige Mitarbeiter des VVT noch einmal zu einem Gespräch eingeladen, „dort soll die Opposition ihre Argumente vorbringen“. (md)