Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 24.11.2015


Landespolitik

Impuls pocht auf Tunnelpläne für Fernpass-Strecke

© PaschingerImpuls war auf Bezirkstag mit LA Josef Schett, LA Maria Zwölfer sowie ihren Beiräten Hanns-Peter Adami und Joe Falkner (v. l.).Foto: Paschinger



Imst – „Die Fernpass-Strategie“, so die Lermooser Bürgermeisterin Maria Zwölfer, „ist eine reine Alibi-Aktion“. Die Landtagsfraktion Impuls Tirol besuchte kürzlich den Bezirk Imst. Und unter dem Eindruck der letzten aktuellen Stunde im Landtag war auch in Imst der Fokus auf den Verkehr eingestellt. Einmal mehr plädiert die Landtagsabgeordnete, verstärkt in Richtung einer Tunnellösung auf der Fernpass-Strecke zu blicken. Ein kleiner Scheiteltunnel am Fernpass gehört aber nicht zu ihren Vorstellungen.

In Hinblick auf die beiden im Sommer getesteten Maßnahmen wie die Dosier-Ampel bei Reutte und eine verzögerte Blockabfertigung am Lermooser Tunnel meint sie: „Da geht es nur um die Frage, wohin man den Stau verlagert.“ Niemand wolle eine Transitstrecke, „aber was tun, wenn wir schon eine haben?“.

Der Impuls-Beirat und Präsident der Tiroler Tourismus Vereinigung (TTV), der Sölder Hotelier Joe Falkner, sieht in einem möglichen Ausbau keinen Widerspruch zum Verkehrsprotokoll der Alpenkonvention: „Es geht darum, die Bezirke zeitgemäß zu erschließen.“ Der allwöchentliche Stau mit seinem Stop&Go-Verkehr „ist umweltmäßig durch den hohen Spritverbrauch problematisch“. Der Urlaubertransit auf der Fernpassstraße, so schätzt Falkner, „bleibt im Sommer zu 50 Prozent im Oberland, aber im Winter zu 90 Prozent“.

Der zweite Beirat, der in Imst Impulse für Impuls holte, war der früherer Agrarmarketing-Tirol-Chef Hanns-Peter Adami: Beim Bezirkstag gab es „eine derartige Massivität des Willens“ in Richtung Lösung der Verkehrssituation. Die Steuerungsgruppe der Fernpass-Strategie, die nicht über Tunnellösungen nachdenken dürfe, sei „wie Veganer, die Vorstand bei den Fleischern würden“.

„Es ist unverständlich, dass man seit 30 Jahren über den Fernpass-Verkehr diskutiert“, so TTV-Chef Falkner. Man brauche eine „Lösung, die zeitgemäß ist“. Jedenfalls stellt der Ötztaler „unkonventionelle Maßnahmen“ in den Raum, wenn weiterhin nichts passiere. (pascal)




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