Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 07.12.2015


Landespolitik

Bis 2050 soll Unabhängigkeit erreicht werden

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© Blassnig



Matrei i. O. – Regionale Energievorkommen sollen Tirol bis ins Jahr 2050 unabhängig von fossilen Energieträgern machen, wünscht sich die Landesregierung. „Für zwei Milliarden Euro importieren wir Tiroler jährlich CO2-behaftete Brennstoffe“, erklärte LHStv. Josef Geisler bei der Präsentation eines Ressourcenbewirtschaftungsprogrammes, das der Planungsverband 34 in Auftrag gegeben hat. Das Geld lande im Ausland. „Dieses Vermögen sollten wir im eigenen Land investieren.“

In vierzig Tiroler Gemeinden wurden Untersuchungen der vorhandenen Energieträger bisher durchgeführt und haben gezeigt, dass alle über ausreichend Ressourcen verfügen würden.

Für den Planungsverband 34 würde die Energieautonomie bedeuten, dass man bis 2050 den Einsatz erneuer­barer Energien um siebzig Prozent steigern müsste, bei gleichzeitiger Halbierung des Gesamtenergieverbrauchs. Rupert Ebenbichler, der die Studie am Freitag vorgestellt hat, nannte ein Beispiel der Effizienzsteigerung: „Ein Verbrennungsmotor setzt achtzig Prozent der Energie in Wärme um. Beim Elektromotor fällt das Nebenprodukt Wärme nur zu zwanzig Prozent an.“

Im Planungsverband 34 organisiert sind acht Gemeinden mit 12.000 Einwohnern auf knapp 1100 Quadratkilometern Fläche. Derzeit liegt der Energiebedarf insgesamt bei 340 GWh pro Jahr. Während der elektrische Strom praktisch vollständig aus erneuerbaren Quellen stammt, kommen für die Mobilität zu 95 Prozent fossile Energieträger zum Einsatz. Wärme stammt nur zu einem Viertel aus erneuerbaren Roh­stoffen.

Der in den kommenden 35 Jahren theoretisch zu erschließende regionale Energiemix könnte laut dem Bericht zum größten Teil aus der Wasserkraft kommen (Potential: 175 GWh/a), gefolgt von Sonnennutzung in Strom und Warmwasser (Potentia­l: 70 GWh/a) und Umwelt­wärme (Grundwasser- und Erdwärmenutzung, Potential: 30 GWh/a). (bcp)