Letztes Update am So, 10.01.2016 06:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Parteitag in Kufstein

Tiroler FPÖ-Chef Abwerzger mit 91 Prozent wiedergewählt

Abwerzger gab in seiner Rede beim Parteitag in Kufstein das Ziel aus, die Tiroler FPÖ bei der Landtagswahl 2018 zur zweitstärksten Partei machen zu wollen.

© Andreas Rottensteiner / TTMarkus Abzwerzger.



Von Michael Mader

Kufstein – Vor drei Jahren wurde Rechtsanwalt Markus Abwerzger mit 94 Prozent zum FPÖ-Landesparteiobmann in Tirol gewählt. Mehr als 80 Prozent Zustimmung erhoffte sich der 40-Jährige bei seiner ersten Wiederkandidatur am Landesparteitag am Samstag in Kufstein. Damit wäre er glücklich, sagte er gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Schlussendlich stimmten in der Festungsstadt 91 Prozent der 203 Delegierten für ihn. Abwerzger freute sich sichtlich über die Zustimmung.

Zuvor hatte der Parteichef die Delegierten auf die Gemeinderatswahlen im heurigen Februar und die Landtagswahlen im Jahr 2018 eingeschworen: „Wir sind stärker denn je und werden noch stärker werden.“ Er forderte auch in Zukunft Geschlossenheit und Zusammenarbeit innerhalb der Partei. Umfragen würden der FPÖ in Tirol zwischen 19 und 29 Prozent bescheinigen. „Wenn wir die goldene Mitte erreichen, würde ich sie gerne nehmen. Es nützt uns aber nichts, wenn wir Umfragekaiser sind und das Ergebnis nicht einfahren können“, sagte Abwerzger. Die ÖVP sei für ihn der einzige Gegner in Tirol. Ziel müsse eine Schwächung der ÖVP und eine Stärkung der FPÖ sein. Es gebe eine historische Chance in Tirol, die bislang noch keine Partei genützt hätte, nämlich das ÖVP-System aufzubrechen.

„2018 wird es ein Politerdbeben in Tirol geben, es bleibt kein Stein auf dem anderen. Mit eurer Hilfe werden wir die zweitstärkste Kraft und vertreiben die Grünen aus der Landesregierung. Einen Kuschelkurs mit der ÖVP wird es aber nicht geben“, meinte Abwerzger und erntete tosenden Applaus der Delegierten.

Vorerst stehen aber Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen am Programm. Der Landesparteichef will einen Anstieg der blauen Gemeinderäte von derzeit 65 auf bis zu 100: „Ich hoffe, dass wir in Kufstein, Telfs, Schwaz, Wörgl und Wattens bis zum Schluss um den Bürgermeister mitkämpfen können. Wir wollen jedenfalls in den Gemeinden Fuß fassen.“ Seit dem Landesparteitag befinde sich die FPÖ im Wahlkampf. „Der Sturm auf die schwarzen Gemeindestuben ist eröffnet“, polterte Abwerzger.

Nicht ausgelassen wurde beim Parteitag das Flüchtlingsthema. Dazu gab es sogar einen eigenen Leitantrag an die EU und die Bundesregierung (siehe Kasten). An den jüngsten Ereignissen in Köln, aber auch Wien, Salzburg und Innsbruck, wo Frauen zu sexuellem Freiwild erklärt würden, seien eine jahrzehntelange falsche Zuwanderungspolitik und die Willkommenspolitiker schuld. Sowohl der Leitantrag als auch das neue Grundsatzprogramm der Tiroler Freiheitlichen „Tirol zuerst“ wurden einstimmig angenommen. Letzteres beinhaltet, wie berichtet, unter anderem Videoüberwachung und mehr Polizeipräsenz in Ballungsräumen und ein Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst.