Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.02.2016


Exklusiv

Lehrer an den Pflichtschulen für Modellregion

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Von Peter Nindler

Innsbruck – Die Lehrer an den 25 Gymnasien laufen seit Wochen gegen Modellregionen für die gemeinsame Schule der Sechs- bis 14-Jährigen Sturm. In den Bezirken wird gegen die Pläne der Landesregierung mobilisiert. Doch nicht alle Pädagogen denken so, die Pflichtschullehrer an den Volks- und Neuen Mittelschulen unterstützen die geplanten Reformen. Das sagt der Vorsitzende der Gewerkschaft der Pflichtschullehrer, Walter Meixner. „Wir sind grundsätzlich offen für einen Schulversuch, der danach evaluiert wird.“ Vor allem die Evaluierung ist Meixner wichtig und dass die Rahmenbedingungen wie Infrastruktur, Ressourcen und Personal stimmen.

Insgesamt verfolgt Meixner die Diskussion um die Modellregion entspannt, dass es rasch zu einer Einigung kommt, glaubt er nicht; auch nicht an einen Start im Schuljahr 2017/2018. „Wenn, dann braucht es eine gescheite Modellregion, in der alle Schul­typen vertreten sind. Innsbruck wäre natürlich ideal, aber nicht machbar.“ Andererseits sei es egal, in welchem Bezirk es eine Modellregion eingeführt werde. „Hauptsache, ein Gymnasium ist dabei.“ Vom Vorschlag des ÖVP-Wissenschaftssprechers NR Karlheinz Töchterle, die Modellregion beispielsweise nicht flächendeckend in der Landeshauptstadt zu realisieren, hält der Gewerkschafter nichts. „Das würde nichts bringen.“

Besorgt ist Meixner über das Image der Neuen Mittelschulen. „Sie sind besser als ihr Ruf und die Lehrer dort sehr engagiert.“ Er befürchtet jedoch einen steigenden Motivationsverlust. „Gerade jetzt ist wieder so eine schwierige Phase, wenn es um die Anmeldungen für das nächste Jahr geht. Da heißt es wieder, alle drängen ins Gymnasium.“

In der Aufwertung der Neuen Mittelschulen mit einer Weiterführung bis zur Matura sieht SPÖ-Bildungssprecher LA Thomas Pupp einen möglichen Ausweg. „Einerseits haben uns die Neuen Mittelschulen schon viel gekostet, aber vor allem imagemäßig kommen sie trotzdem nicht in die Gänge. Mit einer neuen Aufladung könnte das verbessert werden.“ Pupp empfiehlt deshalb der schwarz-grünen Steuerungsgruppe für die Modellregion, die am 10. Februar erstmals tagt, sich auch damit zu befassen.

Im Landtag wird diese Woche die gemeinsame Schule eines der zentralen Themen sein. Impuls-Abgeordnete Maria Zwölfer bringt die Modellregion auf das Tapet. Sie steht der Gesamtschule kritisch gegenüber und fordert vor der Festlegung der Modellregionen die Einbindung aller betroffenen Eltern, Lehrer und Schüler.