Letztes Update am Di, 09.02.2016 14:12

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Tiroler Gemeinderatswahlen: Keine Wahlmöglichkeit in 32 Gemeinden

Am 28. Februar werden in Tirol die Gemeinderäte und Bürgermeister neu gewählt. In 32 Gemeinden wurde nur eine Liste eingereicht, in Gramais im Außerfern überhaupt keine.

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© Robert PariggerSymbolfoto.



Innsbruck – In 278 der 279 Tiroler Gemeinden (Innsbruck wählt planmäßig erst wieder 2018) sollen am 28. Februar die Gemeinderäte und Bürgermeister neu gekürt werden. In insgesamt 32 Gemeinden werde es aber keine Wahlmöglichkeit geben, da dort nur noch eine Liste eingereicht wurde. Dies teilte der Tiroler Gemeindeverband am Dienstag in einer Aussendung mit.

In der 51 Einwohner Gemeinde Gramais im Außerfern wurde überhaupt keine Liste eingereicht. Außerdem tritt in 107 Tiroler Gemeinden nur ein Bürgermeisterkandidat zur Wahl an. 2010 sei dies in 93 Gemeinden der Fall gewesen.

Zahlen und Fakten

Alle Gemeinden nach Bezirken sortiert - mit Anzahl der kandidierenden Listen und Bürgermeisterkandidaten. Zum Downloaden (Excel-Datei): http://go.tt.com/grwahl-2016

„In den Gemeinden in denen nur eine Liste eingereicht wurde, gilt diese bereits mit einer Stimme als gewählt“, erklärte Ernst Schöpf, Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes. Dass in einer Gemeinde überhaupt keine Liste eingereicht wurde, habe er selbst noch nicht erlebt, meinte Schöpf. In diesem Fall würde nun der bisherige Bürgermeister und auch der Gemeinderat eine weitere Periode im Amt bleiben.

„Bürgermeister längst kein Ehrenamt mehr“

„Der Gemeinderat könnte sich aber selbst auflösen“, sagte der Gemeinderatspräsident. In diesem Fall würde es Neuwahlen geben. Sollte sich dann erneut keine Liste finden, müsste in der Gemeinde eine Amtsverwaltung eingerichtet werden, die dann ein Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft übernehmen würde. „Und dann sind wir auch in Tirol soweit, dass wir über das Thema Gemeindefusionen nachdenken müssen“, so Schöpf.

„Ich würde es mir natürlich anders wünschen. Aber wie ich schon mehrfach betont habe, ist Bürgermeister längst kein Ehrenamt mehr und für viele einfach nicht erstrebenswert“, meinte Schöpf. Im Sinne einer lebendigen Demokratie wäre es aber klarerweise von Vorteil, wenn es überall ausreichend Kandidaten geben würde, fügte er hinzu.

Bis zum Stichtag am vergangenen Freitag den 5. Februar wurden 877 Wahlvorschläge eingebracht. In Reith bei Seefeld sei jedoch ein Wahlvorschlag zu spät eingereicht worden. Somit bleibe es bei 876 gültigen Wahlvorschlägen. Von den insgesamt 545 Bürgermeisterkandidaten seien 500 männlich und 45 weiblich. (TT.com, APA)