Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 03.05.2016


Innsbruck

Flutlicht-Gegner kündigen Anzeige gegen IIG an

Die Anrainer bezweifeln, dass beim neuen Reichenauer Fußballplatz die Licht-Grenzwerte eingehalten werden. IIG und Politik dementieren.

Das umstrittene Flutlicht in der Reichenau.

© LinzmaierDas umstrittene Flutlicht in der Reichenau.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Seit Sonntag wird am Reichenauer Fußballplatz wieder dem runden Leder hinterhergejagt. Auf Kunstrasen und – wenn nötig – auch unter Flutlicht. Die Freude unter den Reichenauer Fußballfans war dementsprechend groß, die TT berichtete. Abseits des Rasenvierecks geht der Kampf der Anrainer gegen die Stadt aber in die Verlängerung.

„Voraussichtlich diese Woche noch“, sagt Leo Pertl, Sprecher der Anrainerinitiative „gegenflutlicht.at“, werde man gegen die Innsbrucker Immobilien GmbH (IIG) „eine Anzeige bei der Baupolizei einreichen“. Im Auftrag der IIG, einer 100-Prozent-Tochter der Stadt, war die Flutlichtanlage erweitert worden. Der kürzlich erfolgte Testbetrieb habe „niemals die im Bauverfahren definierten Grenzwerte laut Önorm eingehalten“, heißt es in einer E-Mail Pertls an Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer. Darüber hinaus erneuert Pertl seine Kritik, dass eben nicht die angeblich von Seiten der Politik versprochene LED-Technik zum Einsatz komme. Bevor den Anrainern daher auch nicht der „Nachweis über die Einhaltung der Lichtgrenzwerte“ vorgelegt werde, sei ein „gemeinsamer Abschluss eines gesamthaften Kompromisspaketes denkunmöglich“.

Pertl merkt darüber hinaus an, dass das vergangene Woche kolportierte „Kompromisspaket“ (reduzierter Einsatz des Flutlichts, Änderung in der Verkehrsführung, Beschränkung der Vereinsfeste etc.) weder von ihm noch von anderen Initiativenmitgliedern abgesegnet worden sei. Weiters habe man es leid, von Seiten der Stadt mit „Lügen“ konfrontiert und als „Verhinderer und Kinderhasser“ dargestellt zu werden.

Dem widerspricht Oppitz-Plörer: „Das Papier ist gemeinsam erarbeitet worden.“ Jedoch stehe sie für neuerliche Gespräche an einem runden Tisch auch weiterhin zur Verfügung. Komme es aber zu einem Abschluss, müsse die beim Verfassungsgerichtshof anhängige Beschwerde der Anrainerinitiative gegen das seinerzeitige Bauverfahren zurückgezogen werden.

Gelassen sieht der Geschäftsführer der IIG, Franz Danler, der angekündigten Anzeige entgegen: „Das ist mir neu. Ich gehe aber davon aus, dass alle Werte, die im Baubescheid angeführt sind, auch eingehalten werden.“ Die gesamte Anlage sei im Vorfeld überprüft worden.