Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 25.06.2016


Landeck

Protestnote gegen Sozialwohnungen

450 Zammer unterschrieben Petition gegen ein Projekt der Wohnbaugesellschaft WE, das auf Kirchengrund realisiert werden soll. Bürgermeister Geiger will die Kritikpunkte prüfen und zu Info-Veranstaltung einladen.

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© Zangerl



Von Helmut Wenzel

Zams – Das war ganz schön heftig: Etwa 60 Anrainer aus der Zammer Siedlung Unterengere trafen am Donnerstagabend „mit Kind und Kegel“ im Sitzungszimmer des Gemeindeamtes ein. Ihre „Waffe“ – eine Petition mit 450 Unterschriften – war auf Bürgermeister Siggi Geiger sowie auf den Obmann im Ausschuss für Raumordnung und Wirtschaftsentwicklung, Andreas Grüner, gerichtet.

Mit dieser Protestnote sprechen sich die Unterzeichner klar gegen ein Projekt der gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft (WE) aus. Auf einem 3900 Quadratmeter großen Grundstück der Diözese sollen bis zu 50 Wohnungen entstehen – die TT berichtete. In einem ersten Anlauf war noch die Rede von 5-Euro-Wohnungen bzw. Sozialwohnungen. Doch die Gemeinde hatte diesen abgewiesen, weil er in den Augen der Mandatare überdimensioniert war. Daraufhin reichte der Bauwerber Diözese eine abgeänderte Variante ein, um sie dann vor den Gemeinderatswahlen wieder zurückzuziehen. Nach Vorgabe von neuen Parametern durch die Gemeinde wird nun neuerlich umgeplant.

Da hakte sich die Anrainer-Initiative ein, die aus ihrem Ärger kein Geheimnis macht. In der Petition sind 17 Punkte aufgelistet, warum das Projekt abzulehnen sei.

Derzeit gebe es rund um das Baugrundstück 44 Anrainerfamilien. Mit dem neuen Wohnblock würde sich die Zahl der Familien verdoppeln. „Der massive Baukomplex ist in diesem Ortsteil unverträglich“, protestieren die Anrainer. „Dazu kommt die höchst mangelhafte Verkehrs- und Parkraumsituation. Der Charakter der Siedlung wird zerstört, wir müssen heftige Einbußen der Lebens- und Wohnqualität schlucken.“

Bürgermeister Geiger erklärte, vom Bauwerber liege derzeit noch kein Einreichplan vor. „Wenn der Plan da ist, muss der Raumordnungsausschuss beraten und prüfen. Dann wird der Gemeinderat eine Entscheidung treffen.“ Im Bebauungsplan definiere die Gemeinde dann die Vorgaben, ehe die Baustelle eröffnet werden kann. Doch die Erklärung fand keine Akzeptanz bei den Anrainern: „Dieses Projekt darf nicht gebaut werden.“ Auf Basis der bisherigen Raumordnung seien nur Einfamilienhäuser in der Unterengere gebaut worden. Zudem vermisse man Bürgerinformation zum Projekt.

„Ich darf erst dann mit Details in die Öffentlichkeit, wenn sie fixiert sind“, hob Geiger hervor. „Die Petition nehme ich ernst, alle Kritikpunkte werden geprüft.“ Zudem sagte Geiger, er werde alle Unterzeichner zu einer Info-Veranstaltung einladen.

Von der Diözese Innsbruck war keine Stellungnahme zu bekommen.




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