Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 30.07.2016


Innsbruck

Viele Auflagen, aber grünes Licht für Traglufthalle Mühlau

Der positive Bescheid für die Flüchtlingsunterbringung hat gestern das Rathaus verlassen. Die Stadt Innsbruck erteilt unzählige Vorschriften.

© Julia Hammerle



Von Denise Daum

Innsbruck – Leicht wird es den Tiroler Sozialen Diensten (TSD) nicht gemacht. Wie berichtet, hat die für die Flüchtlingsunterbringung in Tirol zuständige Gesellschaft um Bewilligung einer Traglufthall­e im Gewerbe­gebiet Mühlau/Arzl angesucht. Ursprünglich hätten bereits im April bis zu 360 Asyl­werber in der vor Monaten aufgestellten Halle untergebracht werden sollen. Nach bau- und feuerpolizeilichen Bedenken mussten die TSD allerdings eine neue, die insgesamt dritt­e Bauanzeig­e einreichen. Diese wurde dem Vernehmen nach von der Baupolizei auf Herz und Nieren geprüft, bevor gestern der positive Bescheid ausgestellt wurde. Das seitenstark­e Dokument soll Dutzende Auflage­n und Vorschriften enthalten.

Die 54 mal 36 Meter große Traglufthalle ist nun für maximal 240 Personen genehmigt. Die Bewilligung ist auf zwei Jahre befristet. Die Asyl­werber sollen in verschließbaren Kojen in Holzriegelbauweise untergebracht werden. Jeweils sechs Personen sollen sich ein­e der 28 Quadratmeter großen Kojen teilen, die neben Stockbetten mit Sitzgelegenheiten und Kühlschränken ausgestattet werden. Vier Küchen stehen den Flüchtlingen zur Verfügung.

Das gesamte Gelände soll mit einer Einfriedung umgeben werden, um Bewohnern und Anrainern Sicherheit zu geben, wie es heißt. Dem Vernehmen nach soll ein 2,40 Meter hoher Metallzaun errichtet werden.

Mit den Bauarbeiten könnten die TSD ab Erhalt des Bescheids – das dürft­e am Monta­g sein – beginnen. Wann die Halle bezugs­fertig sein wird und wie viele Flüchtlinge dann tatsächlich untergebracht werden, ist aber noch nicht abschätzbar. Vor dem Bezug ist ein erneuter Lokalaugenschein der Behörde vorgesehen. Vor der Besiedelung braucht es in jedem Fall noch eine Benützungsbewilligung.

Im Vorfeld gab es heftige Proteste von Anrainern und Bürgerinitiativen gegen das Asylquartier. Sogar eine Demo wurde abgehalten mit dem Ziel, ein „Massenquartier für 240 männliche Flüchtlinge“ zu verhindern. Die Initiative forderte kleinere Einheiten auf ganz Tirol verteilt.

Aktuell sind in Innsbruck 1800 Flüchtlinge untergebracht. Das entspricht einer Quote von 30 Prozent aller in Tirol aufhältigen Asyl­werber. Es ist kein Geheimnis, dass die Stadt Innsbruck nur wenig von Großquartieren hält und diese lediglich eine Übergangslösung darstellen sollen.