Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 11.08.2016


Osttirol

Saubere Landesstraßen sind in Osttirol am teuersten

Über 720 Euro pro Kilometer lässt sich das Land die Entsorgung von Müll an Osttirols Straßen kosten. Das ist der höchste Wert in Tirol.

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© Land Tirol



Von Catharina Oblasser

Lienz – Jährlich lässt es sich das Land Tirol 205.000 Euro kosten, zurückgelassenen oder aus dem Auto geworfenen Müll entlang der Landesstraßen in Osttirol zu entsorgen. Das ergibt umgerechnet 721 Euro pro Kilometer Landstraße: mit Abstand der höchste Wert unter allen Tiroler Bezirken. Sind die Osttiroler wirklich die ärgsten Müllsünder Tirols?

Harald Haider, Leiter des Baubezirksamtes Lienz, kennt seine Pappenheimer. „Es ist eine Unsitte, dass viele Leute auch Hausmüll oder Ähnliches an Parkplätzen entlang der Landesstraßen entsorgen. Deshalb haben wir in den letzten zehn Jahren schon einige kleinere Parkplätze, etwa in Nikolsdorf, aufgelassen.“ Auch Mülltonnen würden nicht mehr überall zur Verfügung stehen. Die Menschen sollten ihren Abfall wieder mitnehmen und daheim ordnungsgemäß entsorgen, findet Haider. Allerdings führt er auch ins Treffen, dass in Ermangelung einer Autobahn der gesamte Durchzugsverkehr über die Landesstraßen rolle. Das sei in Nordtirol nicht der Fall. Die Müllentsorgungskosten auf Autobahnen seien in der Landesrechnung nicht enthalten.

Dem steht gegenüber, dass der Bezirk Reutte auch keine Autobahn hat, aber dennoch im Mittelfeld bei den Aufräumkosten liegt.

Eine weitaus schmeichelhaftere Erklärung für die Diskrepanz zwischen Nord- und Osttirol hat Bernd Stigger von der Landesstraßenverwaltung parat: Im Bezirk Lienz sei die Straßenmeisterei schlicht besonders gewissenhaft und fleißig beim Reinigen entlang der Landesstraßen, vermutet er. „In schneearmen Winter, wie sie in den letzten Jahren in Osttirol häufig waren, wird statt des Winterdienstes eben mehr aufgeräumt.“ Die viele Putzarbeit falle dann auch bei den Kosten ins Gewicht. Was Stigger noch anmerkt: Das Abgeben des eingesammelten Mülls bei den jeweiligen Gemeinden in Osttirol sei ein wenig teurer als in vergleichbaren Nordtiroler Einrichtungen.

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Saubermänner und Schmutzfinken

Reinliche Schwazer. Geht es nach den Kosten für die Entsorgung von illegalen Abfällen entlang der Landesstraßen, so ist Schwaz der „sauberste“ Bezirk Tirols. Die Säuberung der 272 Straßenkilometer kostet jährlich 90.000 Euro. Das ergibt etwas über 330 Euro pro Kilometer. Auf Platz zwei findet sich der Bezirk Kitzbühel, dort müssen pro Kilometer 354 Euro aufgewendet werden. Es folgen Kufstein, Reutte, Landeck und Imst. Vorletzte sind Innsbruck und Innsbruck-Land mit gemeinsamen Kosten von 597 Euro pro Kilometer.

Lienz an letzter Stelle. Hier verschlingt das Aufräumen 721 Euro pro Straßenkilometer und Jahr.